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München und Montreal - In Kanada zieht Nico Rosberg erneut gegen Hamilton zurück und bestätigt seinen Ruf. Nun kündigt er an, die Ellbogen auszufahren. Sein Team will lieber den Vorfall klären.

Seit Jahren kämpft Nico Rosberg bereits gegen ihn, doch der Ruf des ewigen Zweiten lässt ihn einfach nicht los.

Dabei schien es nach vier Siegen in den ersten vier Rennen dieser Saison so, als ob der Mercedes-Pilot ihn endlich abschütteln könnte.

Auch der Ausfall in Barcelona nach Crash mit Lewis Hamilton wurde weitgehend positiv bewertet. Endlich hatte Rosberg einmal dagegen halten und sich nicht vom Teamkollegen herumschubsen lassen.

Rosberg kündigt Revanche an

Anders in Kanada, als er wieder mal zurückzog im Clinch mit Hamilton. Dessen völlig verkorkster Start kostete Rosberg womöglich sogar den Sieg. "Sebastian hatte einen großartigen Start, meiner war anständig, und Lewis hatte einen richtig schlechten. Also wollte ich mich wie in Barcelona an Lewis außen vorbeischieben", sagte er.

Zu seinem Pech war der Tempoüberschuss diesmal jedoch geringer und Hamilton hielt knallhart dagegen. Wie bereits in Suzuka und Austin im letzten Jahr war der Deutsche erneut der Leidtragende, der die Kollision vermied, und dafür teuer bezahlte.

"Er war am Limit und sehr, sehr aggressiv. Er ist in mich reingefahren und hat mich rausgeschickt. Letztlich ist das harter Rennsport. Aber das nächste Mal muss ich halt schauen, dass ich ihn rausschicke", kündigte Rosberg Revanche an.

Aufarbeitung vor dem Europa-GP

Zwar betonte der Vizeweltmeister, dass Hamiltons Aktion nicht unerlaubt war - aber gemerkt hatte er sich Hamiltons wiederholt skrupelloses Verhalten gegenüber einem Teamkollegen sehr wohl.

Bei Toto Wolff schrillen deshalb die Alarmglocken: So kündigte der Mercedes-Motorsportchef nach dem Rennen direkt an, die Szene mit den beiden Fahrern noch mal besprechen zu wollen. "Sie haben sich wieder berührt. Wir müssen den Start besprechen, um herauszufinden, ob es wirklich eine ganz normale Situation im Rennen war", sagte der Österreicher.

Natürlich ist es Mercedes lieber, den Vorfall und die dicke Luft zu klären vor dem Europa-Grand-Prix in Baku (das erste Training am Fr., 11 Uhr im LIVETICKER) zu klären, als dass Rosberg mit einer Racheaktion den Teamerfolg gefährdet.

Der Vorsprung ist fast futsch

Sollte Hamilton seine Startprobleme als Pole-Setter weiterhin nicht in den Griff bekommen, könnten die silbernen Streithähne gleich in der ersten Runde von Baku wieder aneinander geraten. Und Rosberg könnte mit aller Konsequenz beweisen, dass er den Ruf des ewigen Zweiten satt hat.

Schließlich sind viele davon überzeugt, dass Rosberg auch in dieser Saison leer ausgehen wird, nachdem er binnen drei Rennen den Großteil seiner 43 Punkte Vorsprung auf Hamilton wieder verspielt hat.

Erstmals seit 2013 verpasste Rosberg dreimal in Folge das Podium.

An Speed mangelt es Rosberg nicht

"Mist wäre vielleicht die beste Zusammenfassung. Ich habe auch noch andere Wörter im Kopf, aber die sind nicht fernsehtauglich", haderte Rosberg bei Sky nach dem verkorksten Rennen in Montreal.

Dabei ist es keineswegs so, dass dem WM-Spitzenreiter plötzlich der Speed abhanden gekommen wäre. In Montreal drehte er wieder einmal die schnellste Rennrunde und anders als bei Ferrari finden die teaminternen Qualifying-Duelle bei Mercedes stets auf Augenhöhe statt.

Doch eines ist dennoch auffällig: Seit Hamiltons Technik-Fluch weg ist, schlägt das Pendel wieder in seine Richtung. In Sachen reiner Geschwindigkeit mögen sich beide Fahrer nicht viel nehmen - doch wenn es hart auf hart kommt, geht der Weltmeister meist als Sieger hervor.

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