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Hockenheim - Nico Rosberg erlebt auf dem Hockenheimring einen rabenschwarzen Tag. SPORT1 erklärt das Desaster. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff macht dennoch Mut.

Die Lust auf seine vierwöchige Sommerpause ist Nico Rosberg gründlich vergangen.

"Dieses Rennen muss ich erstmal verdauen", sagte der gebürtige Wiesbadener nach einem rabenschwarzen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen beim Heim-Grand-Prix auf dem Hockenheimring.

Nur Platz vier hinter Teamrivale Lewis Hamilton und den Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen: In der Gesamtwertung beträgt Rosbergs Rückstand auf Weltmeister Hamilton somit 19 Punkte. (DATENCENTER: WM-Gesamtstand)

SPORT1 erklärt, was bei Rosberg alles schief lief.

Kein Grip - verpatzter Start

Die Freien Trainingseinheiten hatte Rosberg dominiert, sich beim Qualifying die Pole gesichert.

Doch im Rennen war dieser Vorteil nach nur wenigen Sekunden dahin, der 31-Jährige wurde nach einem verpatzten Start auf Rang vier durchgereicht - ähnlich wie schon eine Woche zuvor in Budapest.

"Ich bin mit so vielen Hoffnungen ins Rennen gegangen - und dann ging alles dahin. Ich habe alles gemacht wie beim Probestart und dann ging alles daneben, ich weiß nicht warum", sagte Rosberg resigniert und ratlos zugleich.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wagte einen Erklärungsversuch: "Nico hatte generell kein gutes Set-up. Ihm hat der nötige Grip gefehlt."

Die Folge: Die Reifen von Rosbergs Silberpfeil drehten beim Start durch. 

Strafe nach Duell gegen Verstappen

Trotz des verpatzten Starts zeigte sich Rosberg kämpferisch. "Ich habe alles gegeben, um die Red Bulls nieder zu kämpfen."

Verstappen stellte er zum Duell, drückte sich auch tatsächlich innen vorbei, drängte den Niederländer dabei aber von der Strecke und kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe.

"Ich wollte ihn nicht von der Strecke fahren. Ich war am Lenkstopp, ich konnte nicht enger lenken, deshalb war ich sehr weit draußen, das ist schon richtig", erklärte Rosberg, gab Verstappen aber auch eine Mitschuld: "Er hat beim Bremsverzögern wieder einen Zacken reingehauen."

Wolff meinte: "Wir wollen doch heiße Duelle sehen, deshalb halte ich die Strafe für hart. Aber natürlich ist sie vertretbar."

Peinliche Stoppuhr-Panne

Aus der Fünf-Sekunden-Strafe wurde für Rosberg schließlich in der Box zu allem Überfluss ein Stopp von acht Sekunden. Denn unglaublich aber wahr: Bei Mercedes versagte die händische Stoppuhr.

"In einem so hoch technologischen Formel-1-Team hat schlichtweg die Stoppuhr nicht funktioniert. Das Ding ist nicht los gelaufen. Deshalb mussten wir auf Nummer sicher gehen", gestand Wolff.

Rosberg kommentierte den Fauxpas nüchtern: "Wenn es so gewesen ist, passt es zum ganzen Tag."

Ohne die peinliche Stoppuhr-Panne wäre für Rosberg zumindest Platz drei möglich gewesen. Im Ziel hatte er 2,4 Sekunden Rückstand auf Verstappen. 

Titel noch möglich? "Ein dickes Ja"

Hat Rosberg ausgerechnet auf dem Hockenheimring schon alle Chancen auf den WM-Titel eingebüßt?

"Es war ein megaharter Tag, schlimmer geht es im Sport kaum", sagte Rosberg und machte aus seiner Niedergeschlagenheit keinen Hehl.

Enttäuscht war er aber eher über den verpassten zweiten Sieg in Hockenheim nach 2014 als über den erneuten Rückschlag im Titelrennen. "Über den Rückstand denke ich jetzt nicht nach", sagte Rosberg.

Zuspruch und Aufmunterung bekam er von Wolff. "Nico ist mental stark. Er wird sich jetzt ein paar Tage erholen und dann stark zurück kommen. Es ist noch alles möglich und Nico ist auch Ende 2015 sehr stark gefahren", sagte Wolff.

Auf die Frage, ob er Rosberg den WM-Titel noch zutraue, antwortete er: "Ein dickes Ja."

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