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Nico Hülkenberg startet im Rennen aus der ersten Startreihe
Nico Hülkenberg startet im Rennen aus der ersten Startreihe © Imago

Spielberg - Lewis Hamilton behält in der Regenlotterie die Nerven und fährt Bestzeit. Nico Hülkenberg überrascht und startet im Rennen aus der ersten Startreihe.

Nur Lewis Hamilton hat sich im Qualifying-Poker von Spielberg bei abtrocknender Strecke eine bessere Ausgangsposition für den Großen Preis von Österreich gesichert als Nico Hülkenberg. Der Emmericher startet am Sonntag (14 Uhr im LIVETICKER) neben dem Weltmeister sensationell zum zweiten Mal in seiner Karriere als Zweiter aus der ersten Startreihe.

"Es war ein großartiger Tag. Ich habe mich wie bei meiner Pole 2010 in Brasilien gefühlt", sagte Hülkenberg: "Man kann dem Team nur ein Lob aussprechen. Wir starten aus der ersten Reihe. Wir können hier definitiv um gute Resultate kämpfen."

Strafversetzung für Rosberg und Vettel

Zwar musste sich der Force-India-Pilot im Qualifying zum neunten WM-Lauf auch Mercedes-Pilot Nico Rosberg geschlagen geben, doch der WM-Spitzenreiter wird wegen eines Getriebewechsels nach seinem Unfall im Abschlusstraining auf Startplatz sieben zurückversetzt. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel startet wegen der gleichen Strafe an seinem 29. Geburtstag von Platz neun anstatt von Rang vier ins Rennen.

"Die fünf Plätze Strafe tun weh, das wird die Sache schwierig machen. Aber ich gehe das sportlich an", sagte Rosberg, der im WM-Kampf einen Rückschlag gegen Verfolger Hamilton zu erleiden droht. Auch Vettel war nicht zufrieden. "Es wäre mehr drin gewesen, wenn die Bedingungen konstant gewesen wären", erklärte der viermalige Weltmeister am Sky-Mikrofon: "Am Sonntag ist aber viel drin, das Auto fühlt sich gut an. Ich könnte mir trotzdem in den Po beißen, ich hätte ein größeres Risiko gehen können."

Hamilton meldet sich zurück

Der große Gewinner neben Hülkenberg, der zuletzt gegen seinen Teamkollegen Sergio Perez einen schweren Stand hatte, war Hamilton. Nach seinem schwarzen Wochenende von Baku war der 31-Jährige sowohl im Trockenen (Streckenrekord in 1:06,228 Minuten) als auch im dritten Abschnitt (Q3) bei zuerst nasser und dann stetig abtrocknender Strecke in 1:07,922 Minuten der Schnellste.

Hamilton hat von seiner 54. Pole Position aus im WM-Duell mit dem um 24 Punkte enteilten Rosberg exzellente Karten für seinen ersten Sieg in Österreich. Rosberg gewann in Spielberg 2014 und 2015.

"Es war ein Kampf Spitz auf Knopf. Am Ende war es nicht nur eine Frage des Tempos, sondern auch des Timings", sagte Hamilton, der "sehr glücklich" über seine Pole war.

Wehrlein überrascht - Kwjat crasht

Positive Schlagzeilen schrieb auch Pascal Wehrlein. Der Rookie aus Worndorf qualifizierte sich erstmals für den zweiten Qualifying-Abschnitt und startet mit dem unterlegenen Manor vom starken 12. Platz. "Ich kann super happy sein, wir haben das Maximale rausgeholt und einige hinter uns gelassen, die eigentlich schneller sein sollten als wir", sagte der 21-Jährige.

Für eine Schrecksekunde im Q1 sorgte Daniil Kwjat mit einem spektakulären Abflug. Am Toro Rosso des Russen brach aufgrund großer Vibrationen auf den Randsteinen die Aufhängung. "Es tut mir leid, Leute", funkte Kwjat hörbar geschockt an seine Box. Das Training wurde für eine Viertelstunde unterbrochen.

Auch Force-India-Pilot Sergio Perez (Mexiko) beklagte einen Schaden an seiner Hinterradaufhängung. Der zweite Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz jr. (Spanien) vermeldete einen Motorschaden.

Kritik an Randsteinen 

Im Abschlusstraining war bereits Rosberg wegen des gleichen Problems wie Kwjat abgeflogen. Die notwendigen Reparaturen implizierten auch einen Austausch des Getriebes, was zur Strafe führte. "Lewis' Mechaniker haben mitgeholfen, mein Auto fertig zu kriegen. Das war tolle Teamarbeit", lobte Rosberg, der seinem Wrack unverletzt entsteigen konnte.

Hamilton übte vor dem Rennen herbe Kritik und setzte den Dachverband FIA unter Druck: "Diese gelben Randsteine sind sehr gefährlich. Ich weiß nicht, wie viele Unfälle es noch braucht, bis ein Auto böse in der Wand landet. Da brauchen wir eine andere Lösung", sagte der Brite. Die hohe Zahl an Aufhängungsschäden stellte die Sicherheit auf der Strecke in Spielberg infrage. Bereits am Freitag hatten sich einige Fahrer über die Randsteine beklagt.

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