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F1 Grand Prix of Hungary
Nico Rosberg liegt nach der Hälfte der Saison sechs Zähler hinter Lewis Hamilton © Getty Images

München und Budapest - Deja-vu für Nico Rosberg. Wie schon vor zwei Jahren verliert er durch Schwächen am Start seine WM-Führung an Hamilton, und das nur eine Woche vor dem Heimspiel.

Es hätte der krönende Abschluss eines perfekten Wochenendes werden sollen. Stattdessen erlebte Nico Rosberg in Ungarn den wohl bittersten Moment bislang in dieser Saison.

Nach der besiegelten Vertragsverlängerung am Freitag und der Bestzeit im Qualifying am Samstag verlor der Mercedes-Pilot am Sonntag im Rennen das Duell gegen seinen Teamrivalen Lewis Hamilton und büßte damit nach 126 Tagen seine Führung in der WM-Wertung ein.

Nach dem zweiten Platz in der Hitze des Hungarorings war auch der letzte Rest seines Vorsprungs gegenüber dem Briten dahin geschmolzen.

Zurück ins zweite Glied

Ausgerechnet vor dem Heimspiel in Hockenheim rückte Rosberg erstmals in diesem Jahr wieder dahin, wo er eigentlich nie wieder hin wollte - ins altbekannte zweite Glied.

Da hatte er bereits in den vergangenen beiden Jahren zu oft gestanden. In besonders schmerzhafter Erinnerung ist immer noch die Saison 2014, als er ebenfalls lange die Gesamtwertung anführte – und am Ende gegen Hamilton doch den Kürzeren zog.

Damals wie an diesem Sonntag in Ungarn war es vor allem die Schwäche am Start, die Rosberg die entscheidenden Punkte kostete.

Start verschlafen

Schon auf den ersten gut 600 Metern vor der ersten Kurve hatte sich der Pole-Setter von Hamilton düpieren lassen. Die Folge: Der Engländer geht am kommenden Sonntag mit sechs Punkten Vorsprung auf Rosberg an den Start.

"Eigentlich war das ein gutes Wochenende", presste ein verschwitzter Rosberg hervor, "aber schon am Start habe ich es verloren. Das war's dann. Es ist jetzt so, ich muss es akzeptieren."

Sieger Hamilton freute sich indes schon auf das Nachtleben in Budapest: "Ich gehe erst mal schön was essen, und dann schauen wir, was dieser Abend noch zu bieten hat."

Partyhengst schlägt Profi

Auch das ist das altbekannte Lied: Während Hamilton keine Party auslässt und dennoch - oder gerade deswegen - bei jedem Rennen bis ans Limit geht, bleibt für Rosberg trotz professionellster Vorbereitung nur das Nachsehen.  

Dabei hätte er, wenn es nach seinem Teamrivalen gegangen wäre, nicht einmal den Vorteil der Pole-Position genießen dürfen.

Dass Rosberg im Qualifying trotz doppelt geschwenkter Gelber Flaggen eine Sektorenbestzeit und anschließend auch die Gesamtbestzeit fuhr, hätten die Rennkommissare so nicht durchgehen lassen dürfen, betonte Hamilton auf der Pressekonferenz noch einmal ausdrücklich.

Rosberg büßt 49 Punkte ein

Doch auch so war der dreimalige Weltmeister für Rosberg zu gut und fügte ihm den nächsten Rückschlag zu. Seit dem Crash der beiden Teamkollegen im Mai in Barcelona hat der Deutsche 49 Punkte auf den Engländer verloren.

Rosberg blieb nach der Enttäuschung einmal mehr nur der trotzig optimistische Blick nach vorn. "Es ist schön, dass ich Ungarn jetzt schnell vergessen kann", sagte der 31-Jährige mit Blick auf den Deutschland-GP in einer Woche.

"In ein paar Tagen geht es weiter. Der Heim-Grand-Prix ist ein Highlight, und es ist noch immer eng zwischen uns", macht er sich selbst Hoffnung.
Mehr als das ist ihm am Tag nach dem Verlust der WM-Wertung nicht geblieben.

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