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F1 Grand Prix
Auf Augenhöhe: Lewis Hamilton und Sebastian Vettel führen die WM-Wertung punktgleich an © Getty Images

Trotz seines Triumphs in Schanghai stellt sich Mercedes-Star Lewis Hamilton auf ein spannendes Titel-Duell mit Sebastian Vettel ein. Der zeigt eine starke Aufholjagd.

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton hat im WM-Kampf zurückgeschlagen und nach einer fehlerlosen Vorstellung den Großen Preis von China gewonnen.

Der Brite verwies in Schanghai Ferrari-Star Sebastian Vettel auf Platz zwei und zog nach Punkten in der WM-Wertung mit dem Heppenheimer gleich.

Der Sieger vom Auftaktrennen in Australien war nach einer turbulenten Startphase zunächst zurückgefallen, kämpfte sich aber mit einer starken Leistung wieder nach vorn. (DATEN: Das Ergebnis aus Schanghai)

"Das hat richtig Spaß gemacht, jetzt freue ich mich auf die kommenden Wochen. Wir sind sehr gut unterwegs", sagte der viermalige Weltmeister nach seiner bravourösen Aufholjagd.

Hamilton erwartet "engsten WM-Fight"

Nach dieser grandiosen Vorstellung darf Vettel weiter auf seinen nächsten WM-Titel hoffen. Auch Hamilton hat seinen Rivalen mehr denn je auf dem Zettel. "Ich denke, es wird der engste WM-Fight, den ich je erlebt habe", sagte Hamilton, nachdem er nach Punkten mit Vettel gleichgezogen hatte.

Zur Erinnerung: 2007 verpasste Hamilton den Titel nur um einen Punkt, 2008 gewann er ihn in der letzten Runde. "Ich bin heiß auf einen echten Kampf. Ferrari hat einen tollen Job gemacht - und wir auch", sagte Hamilton.

Wie groß der gegenseitige Respekt ist, zeigte das Duo nach dem Rennen, als sie sich umarmten und auf die Schultern klopften.

Die feuchte Strecke hatte das Rennen auch zu einem Strategiepoker gemacht, "heute war es schwierig, die richtigen Entscheidungen zu treffen, die richtigen Zeitpunkte für die Reifenwechsel zu wählen", sagte Hamilton: "Ich freue mich auf die kommenden Duelle mit Sebastian. Das kann ein großartiges, spannendes Jahr werden."

Aufholjagd von Verstappen

Max Verstappen aus den Niederlanden fuhr von Startplatz 16 im Red Bull noch auf Rang drei.

In einem teilweise spektakulären Rennen blieb Hamilton in seinem Silberpfeil stets Herr der Lage und krönte sich zum Formel-1-Kaiser von China: Mit fünf Siegen ist der 32-Jährige Rekordsieger im Reich der Mitte.

Auch Vettel unterstrich vor den Augen von Ferrari-Boss Sergio Marchionne seine Ambitionen, in diesem Jahr mit der Scuderia um den Titel fahren zu können.  

Hülkenberg fällt wegen Strafen zurück

Nico Hülkenberg, von Platz sieben gestartet, wurde wegen unerlaubten Überholens während Safety-Car-Phasen mit einer 15-Sekunden-Strafe belegt und wurde in seinem Renault nur Zwölfter.

Pascal Wehrlein fehlte wie schon in Australien wegen Trainingsrückstandes nach einem Unfall im Januar beim "Race of Champions". Nächste Woche in Bahrain soll der 22-Jährige aber wieder in seinem Sauber sitzen.

Ex-Weltmeister Fernando Alonso erlebte das nächste Debakel - sein McLaren-Honda streikte, der Spanier schied erneut aus.

Hamilton erwischt guten Start

Polesetter Hamilton kam am Start unter den kniffligen Bedingungen auf Intermediate-Reifen am besten weg und verteidigte souverän seinen Spitzenplatz.

Vettel blieb Zweiter, sein Start wurde von den Stewards aber untersucht. Er soll seine Position nicht wie vorgeschrieben eingenommen haben, erhielt letztlich aber keine Strafe.

Zudem wechselte Vettel unter dem virtuellen Safety Car nach einer Kollision zwischen Lance Stroll (Williams) und Sergio Perez (Force India) schnell auf Trockenreifen.

Wehrleins Ersatz zerlegt sein Auto

Hamilton zog auf abtrocknender Strecke nur kurze Zeit später nach, als Wehrleins Ersatzmann Antonio Giovinazzi im Sauber auf der Start- und Zielgeraden ausrutschte, in die Boxenmauer krachte und so früh für die zweite Safety-Car-Phase sorgte.

Der Italiener hatte schon im Qualifying für einen spektakulären Unfall gesorgt. Das Chaos spülte Verstappen im Red Bull von Startplatz 16 zwischenzeitlich auf Rang vier nach vorne, Vettel rutschte zunächst auf Platz sechs ab.

Nach der turbulenten Anfangsphase beruhigte sich das Geschehen auf einer abtrocknenden Strecke etwas - vorne konnte Hamilton gefolgt von Verstappen, der sich auf Rang zwei vorgearbeitet hatte, nahezu ungestört seine Runden drehen.

Vettel zeigt tolle Überholmanöver

Dahinter hatte Vettel aber Probleme, an Kimi Räikkönen und Daniel Ricciardo vorbeizukommen. Erst in der 20. Runde schaffte es Vettel an seinem finnischen Teamkollegen vorbei, drei Umläufe später nach einem harten und spektakulären Duell dann auch an dem Australier im zweiten Red Bull.

Danach jagte Vettel Verstappen. Der Vierfach-Weltmeister trieb den Niederländer nach Renn-Halbzeit in einen Fehler, Verstappen verbremste sich am Ende der 29. Runde und Vettel fuhr auf Platz zwei vor.

In der Folge holte sich die Spitzengruppe um Hamilton und Vettel noch einmal neue Reifen ab, an den Platzierungen änderte sich aber nichts. Vettel versuchte noch einmal alles, doch der Brite gab sich keine Blöße.

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