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F1 Grand Prix of Russia - Qualifying
Sebastian Vettel baute mit Platz zwei seine WM-Führung aus © Getty Images

München - Sebastian Vettel hat trotz seiner gescheiterten Schlussattacke auf Valtteri Bottas Grund zur Freude. Er leistet sich aber auch eine obszöne Geste.

Das ist Sebastian Vettel seit mehr als vier Jahren nicht mehr passiert.

Obwohl er von der Pole-Position ins Rennen gegangen war, musste sich der viermalige Weltmeister am Ende geschlagen geben.

Von Frust aber war beim Ferrari-Piloten nichts zu spüren - zumindest nicht nach dem nervenaufreibenden Finish in Sotschi.

Strahlend auf dem Podium

Strahlend betrat Vettel das Podium, auf das er als Zweiter des Russland-GP gerufen worden war. Anschließend lieferte er sich mit Sieger Valtteri Bottas ein im wahrsten Sinne des Wortes erfrischendes Champagner-Duell, während der drittplatzierte Kimi Räikkönen das Treiben interessiert betrachtete.

Davor jedoch - in den Schlussminuten des Rennens - ließ sich Vettel zu einer obszönen Geste hinreißen, als er Felipe Massa den Stinkefinger zeigte.

Hintergrund: Der Williams-Pilot hatte Vettel bei dessen Überrundungsmanöver kurzzeitig blockiert und ihn damit auch der letzten Chance zum entscheidenden Angriff auf Bottas beraubt.

Vettel: "Ein gutes Rennen"

Vettels Fazit fiel dennoch überwiegend positiv aus. "Alles in allem war es ein gutes Rennen", sagte er: "Wir haben das Rennen am Start verloren. Da hatte Valtteri mehr Dynamik. Vor der ersten Kurve habe ich gewirkt, als hätte ich ein Zelt hinter mir aufgeschlagen."

Während der Deutsche auf der extrem langen Geraden als Führender also den Aerodynamik-Nachteil deutlich zu spüren bekam, brauste Mercedes-Pilot Bottas im Windschatten heran und setzte sich noch vor der ersten Kurve an die Spitze.

Die verteidigte der Finne auch noch nach den Boxenstopps souverän, bis Vettel in den letzten Runden dann doch immer näher kam. Am Ende aber rettete der 27-Jährige einen hauchdünnen Vorsprung von sechs Zehntelsekunden ins Ziel.

Vettel konnte damit zwar erstmals seit Melbourne 2013 eine Pole-Position nicht in einen Sieg ummünzen, fühlte sich aber dennoch als Sieger.

Hamilton nur Vierter

Denn Lewis Hamilton, sein großer Rivale um den Titel, landete nur auf dem vierten Platz und verlor damit weiter an Boden auf Platz eins im WM-Klassement. Vettel baute im vierten Saisonrennen seinen Vorsprung auf den Briten um weitere sechs Punkte auf 13 Zähler aus.

Hamilton, der schon im Qualifying große Probleme hatte, enttäuschte auch im Rennen und klang anschließend ratlos. "Ich muss jetzt erst einmal verstehen, wo der Speed an diesem Wochenende war und was mit dem Set-up schiefgelaufen ist", sagte der dreimalige Weltmeister.

An den Titelkampf wolle er jetzt erst mal keine Gedanken verschwenden. Stattdessen stimmte auch er ein in den Lobgesang auf seinen Teamkollegen: "Riesenglückwunsch an Bottas. Er hat es verdient."

Die starke Leistung des Finnen erkannte auch Vettel an. "Valtteri Bottas ist der Mann des Rennens, dieser Tag gehört ihm. Er ist der verdiente Sieger", lobte der Ferrari-Star. 

Aber auch er durfte sich nach dem Rennen als Gewinner fühlen. Denn Platz zwei reicht, um auch zum nächsten Grand Prix am 14. Mai in Barcelona als WM-Spitzenreiter anzureisen.

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