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F1 Grand Prix of China - Practice
Sebastian Vettel war in Schanghai nahezu komplett zur Untätigkeit verdammt © Getty Images

Schanghai und München - Smog in Schanghai verhindert beim China-GP ein richtiges Freitagstraining, eine Verlegung des Rennens ist im Gespräch. Nun bleibt es aber beim ursprünglichen Zeitplan.

Auf drei Stunden Formel 1 freuten sich die Fans am Freitag in Schanghai. Tatsächlich wurden im Freien Training zum Großen Preis von China nur 22 Minuten gefahren.

Wegen des schlechten Wetters an diesem Wochenende drohte sogar die Verschiebung des Rennens am Sonntag (ab 8 Uhr im LIVETICKER). Die FIA entschied sich letztendlich aber dafür, den ursprünglichen Zeitplan einzuhalten und keine Sessions zu verändern.

"Das ist bitter für die Fans, wenn keiner fährt", sagte Sebastian Vettel, der am Freitag keine einzige gezeitete Runde auf den nassen Asphalt brachte. Kaum Sicht, viel Regen - wegen des schlechten Wetters fiel das freie Training fast komplett aus. Grund hierfür war der Smog in der Mega-City Schanghai.

Helikopter kann nicht starten

Doch nicht die schlechten Sichtverhältnisse auf der Rennstrecke sorgten für eine Absage der Session. Schließlich gab es mit dem Porsche Supercup direkt im Anschluss doch noch Renn-Action auf dem Shanghai International Circuit zu sehen.

Vielmehr konnte der Rettungshubschrauber nicht fliegen. "Der Hubschrauber kann nicht beim Krankenhaus landen, das leider 38 Kilometer von hier entfernt ist", gab Rennleiter Charlie Whiting zu Protokoll.

Laut FIA-Regularien muss gewährleistet sein, dass ein Fahrer innerhalb von 20 Minuten ins Krankenhaus kommt. Zwar kann der Transport auch in einem Rettungswagen erfolgen, doch bei den vollgestopften Straßen in der 15-Millionen-Einwohner-Stadt wäre dies kaum zu schaffen.

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Jules Bianchi wurde 2014 nach seinem Unfall in Suzuka im Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht, weil der Helikopter nicht fliegen konnte. Der Franzose erlag schließlich seinen Verletzungen.

Sicherheit geht vor

"Das war ein jämmerlicher Tag! Aber ich kann schon verstehen, warum wir nicht auf die Strecke durften. Denn das war eine Frage der Sicherheit", meinte Daniel Ricciardo. Vettel sah das ähnlich: "Wenn da etwas in die Hose geht, will man hinterher nicht dastehen und sagen: 'Hätten wir es doch anders gemacht.'"

Lewis Hamilton kündigte an, eine "Lösung oder einen alternativen Plan" mit dem Weltverband und dem Formel-1-Management erarbeiten zu wollen. Der Brite marschierte während des Stillstands entschlossen aus der Box über die Strecke, schrieb Autogramme und warf Kappen in das johlende Publikum auf der Haupttribüne. Damit sorgte er wenigstens für ein bisschen Unterhaltung bei den Fans an einem sonst ereignisarmen Tag.

Das Smog-Problem in Schanghai ist dabei kein neues, bedrohte die Luftverschmutzung bereits zuvor Trainingssessions in China.

Für den Samstag sind nun bessere Bedingungen angekündigt, was den Teams die letzte Möglichkeit bietet, das richtige Setup zu finden. Für Sonntag wurden zunächst ähnliche oder sogar schlechtere Wetterverhältnisse als am Freitag erwartet.

Kein Rennen am Samstag

Aus diesem Grund zogen die Teams offenbar ein Rennen am Samstag in Betracht. Denn eine Verschiebung auf Montag käme nicht in Betracht, schließlich müssen die Teams sich auf den Weg zum nächsten Grand Prix in Bahrain (14. bis 16. April) machen.

Doch nach übereinstimmenden Medienberichten soll es nun wie geplant beim Rennen am Sonntag bleiben. Die FIA ist zuversichtlich, dass die Wetterbedingungen am Sonntag nicht so schlecht werden als bislang befürchtet. Stärkerer Wind soll die Smog-Probleme lösen.

Damit bleibt es also beim ursprünglichen Zeitplan, eine Vorverlegung des Rennens wird es nicht geben. Am Samstag sollen wie geplant des dritte Freie Training über 60 Minuten sowie das Qualifying stattfinden.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff befürwortet die Entscheidung: "Ich finde die Stabilität des Formates wichtig". McLaren-Geschäftsführer Zak Brown bezweifelt derweil, dass das Wetter am Sonntag besser wird, aber die Hauptsache ist für ihn, dass überhaupt gefahren wird: "Die Fans wollen ein Rennen, egal ob am Freitag, Samstag oder Sonntag. Wir müssen versuchen, dass wir es richtig hinbekommen." 

Zumindest zur Spannung dürfte das Wetterchaos beitragen. "Solange man nicht fährt, kann man nichts erwarten", kommentierte Wolff. Schließlich konnte bisher kein Team wirklich Erfahrungswerte für den zweiten WM-Lauf sammeln. Die Konkurrenz dürfte daher in Schanghai wieder etwas enger beisammen sein..

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