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AUTO-PRIX-F1-AUT-PRACTICE
Lewis Hamilton dominierte das Training in Österreich © Getty Images

Lewis Hamilton ist im Training zum Großen Preis von Österreich am schnellsten unterwegs. Sebastian Vettel kann nicht folgen - und erlebt einen kurzen Schockmoment.

Unbeeindruckt vom Rammstoß von Baku hat der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton seine Jagd auf WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel fortgesetzt und den ersten Schlagabtausch in Österreich für sich entschieden.

Zum Auftakt setzte der Mercedes-Pilot aus Großbritannien im Training in 1:05,483 Minuten mit Streckenrekord die Bestzeit und verwies Vettel im Ferrari um 0,147 Sekunden auf Rang zwei. Im Rennen muss der Brite allerdings fünf Plätze weiter hinten starten. An seinem Auto musste das Getriebe getauscht werden. 

"Wir sind viele Runden gefahren und haben ein gutes Gespür fürs Auto. Jetzt schauen wir, dass wir uns noch ein bisschen steigern können", sagte Vettel: "Es wird im Qualifying eng, alles andere wäre eine Überraschung. Wir sind in den Kurven schneller, haben auf der Geraden aber noch ein bisschen ein Manko. Ich glaube, es geht in die richtige Richtung."

Hamilton bläst zur Aufholjagd

Noch hat der viermalige Champion aus Heppenheim in der Gesamtwertung 14 Zähler Vorsprung auf Hamilton, doch der 32-Jährige will das am Sonntag in Spielberg unbedingt ändern. "Es sind noch viele Rennen zu fahren, und ich habe nur ein paar Punkte Rückstand", sagte Hamilton vor dem neunten von 20 Saisonläufen in der Steiermark.

Hamilton gewann bereits im Vorjahr auf dem Red-Bull-Ring, Vettel wartet hingegen noch auf seinen ersten Podestplatz in der Alpenrepublik. "Mercedes hat hier die Favoritenrolle. Es geht viel geradeaus, der Berg hilft uns nicht", sagte Vettel. Allerdings machten Hamilton zwischenzeitlich technische Schwierigkeiten zu schaffen. Erst mussten am Freitag die Zündkerzen gewechselt werden, dann machte der Frontflügel Probleme. Am Nachmittag konnte er sein Programm deswegen nicht wie geplant abspulen.

Vettel braucht die Pole

Auf dem nur 4,318 km langen Kurs mit vielen Geraden ist viel Motorenleistung gefragt, deswegen siegte in den vergangenen drei Jahren jeweils ein Silberpfeil. Um das zu verhindern, will Vettel im Qualifying am besten auf die Pole Position rasen. Das ist ihm in Österreich bislang noch nie gelungen. "Der Schlüssel für uns wird der Samstag, da müssen wir alles hinbekommen", sagte der Hesse: "Ich will auf der Strecke hier das Beste geben."

Vettel erlebte im ersten Training nach einer knappen halben Stunde einen kurzen Schreckmoment, als sein Wagen plötzlich entgegengesetzt zur Fahrtrichtung mitten auf der Strecke stand. "Ich habe mich nur gedreht, es ist kein Schaden am Auto. Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste", funkte der Hesse an die Box. Anschließend konnte der 30-Jährige die Session normal fortsetzen.  

Einen Tag zuvor war er bei der offiziellen Pressekonferenz erstmals seit der viel diskutierten Kollision vor knapp zwei Wochen in Aserbaidschan wieder persönlich auf Hamilton getroffen. Vettel musste viele unangenehme Fragen beantworten und bat erneut öffentlich um Entschuldigung, weil er Hamilton mit voller Absicht ins Auto gefahren war. Es folgte eine Anhörung beim Weltverband FIA, er leistete Abbitte und vermied nur so eine härtere Strafe.

War "ziemlich dumm"

"Ich hätte sicher eine ruhigere Zeit zwischen den Rennen haben können", sagte Vettel und ergänzte: "Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich das tun, aber es ist nicht möglich." Insgesamt war es "ziemlich dumm, das zu machen, deswegen würde ich in so einer Situation nicht mehr so reagieren", betonte der zweifache Vater.

Hamilton nahm die Entschuldigung an und betonte: "Ich spüre überhaupt keine Spannung zwischen uns, auch wenn andere das vielleicht tun." Beide hätten weiterhin großen Respekt voreinander, im brisanten Duell um den Titel werde sich überhaupt nichts ändern. "Ich werde jetzt weiter genauso hart auf der Strecke gegen ihn kämpfen wie bisher", versicherte Hamilton.

Hinter den Dauerrivalen Hamilton und Vettel landete Valtteri Bottas (Finnland/+0,216 Sekunden) im zweiten Silberpfeil auf dem dritten Rang. Nico Hülkenberg (Emmerich) kam im Renault auf Rang neun, Pascal Wehrlein (Worndorf) wurde im Sauber mit mehr als drei Sekunden Rückstand Vorletzter.

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