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Ferrari-Pilot Sebastian Vettel könnte am Sonntag wieder die WM-Führung übernehmen © dpa

München und Singapur - Mit seinem überragenden Qualifying schafft der Ferrari-Pilot beste Voraussetzungen für einen Sieg in Singapur. Rivale Lewis Hamilton kann das Ausmaß seines Rückstandes kaum glauben.

Sebastian Vettel auf der Pole-Position, Lewis Hamilton nur auf Startplatz fünf.

Für den Heppenheimer ist es die perfekte Konstellation vor dem Großen Preis von Singapur (ab 14 Uhr im LIVETICKER) - und eine überraschende dazu.

"Wir hatten die ganze Zeit Probleme mit dem Auto. Keine Ahnung, woher diese Rundenzeit jetzt kam", rätselte selbst Vettel über seine fabelhafte Zeit von 1:39,491 Minuten, mit der er den bisherigen Streckenrekord bei einem Qualifying im Stadtstaat pulverisierte. (DATENCENTER: Ergebnis Qualifying)

Vettel jubelt schon am Funk

So verwundert der Ferrari-Star über seinen großen Vorsprung auf die Konkurrenz war, so aufgedreht war er nach seiner schnellen Runde, die ihn auf den ersten Startplatz für das Rennen katapultierte.

Als ihm seine Crew die Nachricht von der Pole-Position per Funk überbrachte, jubelte Vettel im Auto derart ausgelassen, wie man es von ihm nur nach Rennsiegen gewohnt ist.

Auch nachdem Vettel seinem roten Renner entstiegen war, war er noch ganz aufgedreht. "Ich bin noch voller Adrenalin, ich muss erst mal runterkommen", sagte er nach seiner 49. Pole-Position in der Formel 1 - und schickte gleich eine Liebeserklärung an diesen Kurs hinterher: "Es ist eine fantastische Strecke."

Viermal schon hat Vettel den Nacht-Grand-Prix in der asiatischen Finanzmetropole gewonnen. Sollte ihm am Sonntag ein fünfter Triumph gelingen, würde er sechs Rennen vor Saisonende wieder die Führung in der Gesamtwertung von seinem großen Rivalen Hamilton übernehmen.

Die Bilanz spricht eindeutig dafür. Auf dem engen Stadtkurs mit vielen Kurven und nur kurzen Geraden ist das Überholen so schwer, dass in den bisherigen neun Rennen sieben Mal der Pole-Setter am Ende auch ganz oben auf dem Podest stand.

Red Bull als Hindernis für Hamilton?

Doch für Vettel ist sogar noch mehr drin. Schließlich muss sich Hamilton beim Start doch nicht nur hinter ihm anstellen, sondern auch noch hinter den starken Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo sowie dem zweiten Ferrari-Lenker Kimi Räikkönen.

Bliebe es auch nach dem Rennen bei diesen Platzierungen, hätte Vettel nach 14 von 20 Rennen zwölf Punkte Vorsprung auf Hamilton. (DATENCENTER: Der WM-Stand)

Zu einer Kampfansage konnte sich der Mercedes-Pilot nach dem Qualifying nicht durchringen. Im Gegenteil. Der dreimalige Champion war regelrecht schockiert darüber, wie viel Zeit er auf Vettel verloren hat.

"Ich habe alles aus dem Auto rausgeholt und alles gegeben. Ich bin um mein Leben gefahren", beteuerte Hamilton: "Ich hatte nicht erwartet, dass ich so weit weg bin. Wir haben Ferrari definitiv nicht so stark erwartet, wie sie waren."

Lauda resigniert schon 

Während der 32-Jährige trotzdem den Kampf um den Sieg noch nicht von vornherein aufgeben will, hat sein Chef Niki Lauda kaum noch Hoffnung. "Gegen den Rückstand können wir jetzt nix mehr unternehmen. Es ist, wie es ist. Es wird unter normalen Bedingungen schwierig, auf das Podium zu kommen", sagte der Österreicher bei Sky.

Vielleicht bekommen die Silberpfeile in Singapur aber noch überraschende Schützenhilfe. Red-Bull-Boss Helmut Marko kündigte jedenfalls an, Vettel den Sieg nicht kampflos zu überlassen.

"Beide Fahrer wissen, dass sie ein Auto haben, mit dem man hier gewinnen kann - und anders als Vettel kann ihnen der WM-Kampf egal sein", kündigte er an.

Nicht nur wegen dieser Ansagen stellt sich Vettel trotz der perfekten Ausgangsposition schon mal auf einen schwierigen Sonntag ein: "Morgen wird ein langes Rennen."

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