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In der MotoGP sind doppelte Punkte beim WM-Finale keine Option

In der MotoGP wird das Formel-1-Konzept mit doppelten Punkten beim Finale entschieden abgelehnt - Livio Suppo würde wieder für Streichresultate plädieren

In der Formel 1 werden an diesem Wochenende in Abu Dhabi zum ersten Mal doppelte Punkte beim Saisonfinale vergeben. Bei Fans und auch bei den Teams ist diese Sonderregel nicht populär und wird voraussichtlich in Zukunft wieder abgeschafft werden. Durch die doppelte Punktevergabe könnte das Saisonfinale eine Art Kasino werden und den WM-Stand noch einmal durchwirbeln - auch in der Fahrer- und Teamwertung hinter Mercedes.

Die doppelten Punkte wurden eingeführt, um das Finale spannend zu halten. Vor allem die Siegesserien von Sebastian Vettel in den vergangenen Jahren spielten eine Rolle, denn die WM soll für den Spannungsbogen nicht vorzeitig entschieden werden. In der MotoGP setzte Marc Marquez in diesem Jahr zu einer beispielhaften Siegesserie an. Deshalb stellt sich die Frage, ob angesichts seiner Dominanz auch in der MotoGP doppelte Punkte beim Saisonfinale eine Möglichkeit sein könnten, um die Spannung aufrechtzuerhalten?

Als dieses Thema beim Saisonfinale der MotoGP in Valencia aufkam, herrschte bei den Verantwortlichen kollektives Kopfschütteln über diese "lächerliche" Idee. "Mir gefällt es nicht", sagt Ducati-Projektleiter Paolo Ciabatti entschieden. Und auch Yamaha-Teammanager Lin Jarvis ist der gleichen Meinung: "Für mich ist das eine lächerliche Idee. Ich glaube, die Formel 1 wird das im nächsten Jahr wieder abschaffen, denn die Fans und die Teams sind damit nicht glücklich."

"Eine Weltmeisterschaft beginnt im März und geht im November zu Ende. Alle Rennen sollten zählen, denn warum sollte ein Rennen doppelt so viel wert sein?", fragt sich Jarvis. "Es kann so viel passieren. Man kann in der ersten Runde durch einen Unfall unschuldig aus dem Rennen gerissen werden. Diese unbalancierte Verteilung im letzten Rennen hat keinen Sinn." Beim Finale muss nur eine Kleinigkeit schiefgehen oder nicht nach Plan laufen, und ein Fahrer könnte wegen der doppelten Punkte den verdienten WM-Titel verlieren.

Auch Honda-Teammanager Livio Suppo ist entschieden dagegen: "Mir gefällt das nicht, denn eine WM besteht aus 18 Rennen. Ich kann verstehen, dass man das für die Show macht, aber ich möchte nicht sehen, wie ein Fahrer im letzten Rennen durch Pech die WM verliert. Das ist nicht fair." In der MotoGP wird es in Zukunft also definitiv keine doppelten Punkte wie in der Formel 1 geben.

Wären Streichresultate fair?

Dafür denkt Suppo über einen anderen Vorschlag nach: "Ich würde es bei 18 Rennen sogar wie in der Vergangenheit machen und Streichresultate einführen. Man könnte die beiden schlechtesten Saisonergebnisse streichen. Das wäre fairer", findet Suppo und nennt ein Beispiel: "Dani sammelte auf Phillip Island keine Punkte, obwohl ihn keine Schuld traf." Pedrosa wurde in Australien von Andrea Iannone abgeschossen.

Mit zwei Streichresultaten pro Saison und Fahrer würden solche Vorkommnisse keine Auswirkungen auf die WM haben. Ein anderes Beispiel wäre eine Verletzung eines Fahrers. Im Rennen könnte er passen, anstatt sich mit Schmerzmitteln zu quälen, um Punkte zu erreichen, wie es Pol Espargaro in Sepang gemacht hat. Deshalb würde Suppo Streichresultate bevorzugen: "Man weiß natürlich nie, wie sich das echte Ranking darstellen wird, weil im letzten Rennen alles passieren kann, aber mit dieser Regel wären die Chancen ausgeglichener."

Das aktuelle Punktesystem in der MotoGP, das auch für die beiden kleinen Klassen gilt, ist seit 1993 unverändert. Die ersten 15 Fahrer bekommen Zähler nach dem Schlüssel 25-20-16-13-11-10-9-8-7-6-5-4-3-2-1.

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