Liebe Motorsport-Freunde,

wir haben in dieser Saison wahrscheinlich das Jahr mit den spannendsten Rennen überhaupt gesehen.

Es war in allen Klassen jedes Mal eine Freude das Geschehen zu verfolgen. Es ging eigentlich immer hoch her.

Sehr viel Freude hat mir die neue Generation gemacht, die jetzt komplett angekommen ist.

Durch die beiden Marquez-Brüder, die Espargaros oder auch die jungen Wilden wie Jack Miller oder Maverick Vinales weht ein frischer Wind durch den Motorradsport. Die Jungs zeigen wirklich, was sie draufhaben.

Gleichzeitig ist es aber sensationell zu sehen, dass mit Valentino Rossi noch ein "alter Sack" dagegenhalten kann. Er hat es geschafft, sich nicht den Zahn ziehen zu lassen und ist mit neuer Motivation, einem neuen Technikchef und einem etwas veränderten Fahrstil Vizeweltmeister geworden (DATENCENTER: WM-Klassement Fahrer MotoGP).

Das war schon sehr beeindruckend, dass er nach allem was er schon geleistet hat, noch einmal zwei Rennen gewonnen und den Teamkollegen geschlagen hat. Da kann man nur den Hut ziehen.

Trotzdem wird Marc Marquez in den nächsten Jahren natürlich der Mann sein, den es zu schlagen gilt. Wenn er sich nicht verletzt wird das wahrscheinlich auch die nächsten vier bis sechs Jahre so sein, weil er einfach eine Ausnahmeerscheinung ist. Allerdings kommt jetzt auch langsam das Thema Weltstar mit Millionengehältern auf ihn zu. Das muss man sehen, wie er damit umgeht.

(MITDISKUTIEREN: Facebook-Seite SPORT1 Motorsport)

Zur Not steht ja schon sein Bruder in den Startlöchern. Marc Marquez hat ja schon immer angedroht, wie gut er ist und das konnte er jetzt auch zeigen. Das muss man erst einmal hinbekommen, wenn man in so einem großen Schatten steht.

Aus deutscher Sicht kann man das Jahr leider nur als durchwachsen beschreiben. Eigentlich haben fast alle zwischendrin mal wieder gezeigt, was in ihnen steckt und welches Talent vorhanden ist.

Sei es Stefan Bradl in der MotoGP, Sandro Cortese und Jonas Folger, die ihr erstes Moto2-Podium geholt haben oder auch Marcel Schrötter, der eine sehr solide Saison hingelegt hat. Sie haben alle gezeigt, dass sie das Potenzial haben dauerhaft dabei zu sein (DATENCENTER: WM-Klassement Fahrer Moto2).

Leider hat aber die Konstanz gefehlt. In einer langen Saison mit 18 Rennen macht das am Ende dann den Unterschied. Sie haben alle ein paar Fehler zu viel gemacht und hatten Wochenende dabei, die sie nicht hundertprozentig genutzt haben.

Aber ich bin mir sicher, dass alle wissen, woran es liegt und im Winter genau wissen, welche Hausaufgaben sie zu erledigen haben.

Leider war der Grand Prix in Valencia vorerst der Letzte, den ich mit SPORT1 begleiten durfte. Aber wie das so ist, geht auch die schönste Zeit einmal vorbei.

Ich habe diese sechs Jahre sehr genossen und wir haben immer alles gegeben. Ich habe sehr viel erlebt und gelernt und kann mich nur bei den Zuschauern und Lesern bedanken.

Wir durften zwei deutsche WM-Titel erleben und hatten einfach eine geile Zeit.

Bis bald,

Euer Alex Hofmann

Alex Hofmann (@Alex_66), Jahrgang 1980, wurde 1998 Deutscher Meister und Europameister in der 250-cm³-Klasse. Von 2002 bis 2007 war er in der MotoGP, der Königsklasse des Motorradsports, aktiv. Seit 2009 ist Hofmann, der fünf Sprachen fließend spricht, SPORT1-Experte und -Kommentator. In seiner Kolumne befasst er sich nach jedem Rennwochenende mit dem aktuellen Geschehen in der MotoGP, der Moto2 und Moto3.

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