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MOTO- PRIX-AUS
Valentino Rossi (r.) verpasste seinen zehnten WM-Titel, Jorge Lorenzo gewann seinen fünften © Getty Images

München - Valentino Rossi gibt "Bodyguard" Marquez die Schuld an seinem verpassten WM-Traum. Die Verbrüderung gegen ihn sei peinlich und schädlich. Lorenzo macht er den Titel madig.

Nachdem sein Traum vom zehnten Weltmeister-Titel geplatzt war, platzte auch Valentino Rossi der Kragen.

Zweiter hätte der "Dottore" beim aufgeheizten Saisonfinale der MotoGP in Valencia werden müssen, um trotz des Start-Ziel-Siegs von Jorge Lorenzo seine WM-Führung vor dem Spanier zu behaupten, Vierter wurde er.

Und dafür machte er den zu seinem Erzfeind erwachsenen Marc Marquez verantwortlich, den er im vorherigen Rennen entnervt von der Piste getreten hatte. Auch wenn die TV-Bilder den letzten Beweis dafür schuldig geblieben waren, musste er daraufhin in Valencia von ganz hinten starten.

Ein "Bodyguard" für den Landsmann

Und die Aufholjagd des Italieners endete vor den Podiumsplätzen. An die Spanier Lorenzo, Marquez und den drittplatzierten Dani Pedrosa war kein Herankommen.

Aber hätten die beiden Honda-Fahrer Marquez und Pedrosa den Yamaha-Piloten Lorenzo überholt, hätte Rossi sein vierter Platz zum Titel gereicht.

Marquez, sonst stets kompromisslos auf Attacke gepolt, verhielt sich allerdings seltsam passiv. Nur nach hinten hin riegelte er ab. "Ich bin traurig, dass Marquez sich als Bodyguard für Lorenzo engagiert hat", meinte Rossi.

Wie bei der Fußball-EM 2004?

Und er betonte, dass die vermeintliche Kampagne gegen ihn bereits seit drei Rennen laufe. "Marquez hat Lorenzo einfach in Ruhe gelassen, wie schon in Phillip Island, wie auch in Sepang. Ich habe bereits am Donnerstag gesagt, dass ich überzeugt bin, dass sie ihren Plan zu Ende führen."

Der 36-Jährige verstieg sich zu einem Vergleich zum Vorrunden-Aus Italiens bei der Fußball-EM 2004, als Schweden und Dänemark durch ein in letzter Minute zustande gekommenes 2:2 den K.o. Italiens besiegelten. "Ich war mir sicher, sie haben sich gegen mich verschworen, so wie es im Fußball passiert ist."

Noch unglaublicher werde die "für alle Beteiligten peinliche Nummer" dadurch, dass Marquez einem Markenkontrahenten geholfen und "das Äußerste getan" hätte, um seinen Teamkollegen von der Linie abzubringen.

Marquez verteidigt sich

Auf dem Podium setzte es lautstarke Pfiffe für den 22-Jährigen. "Ich wollte Jorge überholen, aber es ging nicht", verteidigte sich der letztjährige Weltmeister. "Hätte ich ihn beschützen wollen, wäre ich fünf, sechs Sekunden hinter ihm gefahren."

Bereit beim drittletzten Saisonrennen in Phillip Island habe Rossi Vorwürfe gegen ihn erhoben, dabei habe er dort Lorenzo den Sieg entrissen.

"Das Verhalten von Marquez ist schlecht, vor allem für den Sport", beharrte dagegen Rossi.

"Keinen Fehler gemacht"

Und machte seinem Yamaha-Kollegen Lorenzo dessen fünften Titel madig: "Lorenzo kann damit nicht zufrieden sein, die Entscheidung fiel nicht auf der Strecke."

Der wiederum hatte ja Rossi nach dem Skandal-Manöver von Sepang die Vorbildfunktion abgesprochen und sich deutlich für eine Bestrafung ausgesprochen.

Rossi aber hatte weder Reue noch Einsicht gezeigt. So auch am Sonntag: "Das habe ich nicht verdient. Wir hatten eine großartige Saison, und ich habe keine Fehler gemacht."

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