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Im Rahmen der Rennserie VLN Langstreckenmeisterschaft ereignet sich ein tragisches Unglück. Ein Zuschauer kommt bei einem Rennunfall ums Leben.

Das Auftaktrennen der Breitensport-Rennserie VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring ist von einem schweren Rennunfall mit Todesfolge überschattet worden.

Ein Zuschauer wurde am Samstag bei der 61. ADAC-Westfalenfahrt auf der Nordschleife getötet. Zwei weitere Zuschauer wurden nach Angaben des Deutschen Motorsport-Bunds (DMSB) verletzt, als der Nissan Nismo GT3 des Briten Jann Mardenborough über die Streckenbegrenzung flog und auf dem Dach in einem Zuschauerraum landete. Die Ursache des Unfalls war zunächst unklar.

Das Opfer verstarb nach Angaben des Veranstalters trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen noch im Medical-Center der Rennstrecke. Die übrigen verletzten Zuschauer wurden zur weiteren medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht. Zehn weitere Zuschauer seien durch den Rettungsdienst vor Ort notfallpsychologisch betreut worden.

Das Rennen wurde abgebrochen und nicht wieder neu gestartet.

Ermittlungen werden eingeleitet

Das zuständige Polizeipräsidium in Koblenz bestätigte die Angaben der Veranstalter. Ermittlungen seien aufgenommen worden. Laut DMSB wird die Staatsanwaltschaft in der kommenden Woche routinemäßig die Unfallstelle begehen.

Der 23 Jahre alte Pilot konnte sein Auto laut Nissan aus eigenen Kräften verlassen und wurde nach einem ersten Check im Medical-Center zu Routineuntersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Im sozialen Netzwerk Twitter wurden bereits kurz nach dem Unfall Fotos veröffentlicht, die den Piloten stehend neben seinem zerstörten, auf dem Dach liegenden Boliden zeigen.

Im Streckenabschnitt Flugplatz an der Quiddelbacher Höhe, einer der berüchtigten Sprungkuppen der Nordschleife, war Mardenboroughs Nissan von der Strecke abgehoben und über die Leitplanke und den Sicherheitszaun geflogen. An dieser Stelle erreicht ein Langstreckenrennwagen bei trockenen Verhältnissen mehr als 200 km/h.

Nissan tief betroffen

Nissan sicherte in einer Erklärung seine "volle Kooperationsbereitschaft" bei der Aufklärung des Vorfalls zu und äußerte sein Bedauern: "Die heutigen Ereignisse sind eine Tragödie. Wir alle sind schwer geschockt und betroffen. Unsere ersten Gedanken gelten dem Verstorbenen, den Verletzten und deren Familien und Freunden."

Bei dem Rennen war auch der amtierende DTM-Champion Marco Wittmann (Markt Erlbach) als Gastfahrer am Start. Der BMW-Pilot zeigte sich bei Facebook betroffen: "Mir fehlen die Worte."

Die ADAC-Westfalenfahrt wird von vielen Motorsportlern zur Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen an gleicher Stelle am 16./17. Mai genutzt. Zum Zeitpunkt des Abbruchs führte der Zakspeed-Mercedes von Luca Ludwig, Sebastian Asch und Tom Coronel.

Nicht der erste Vorfall

Im Sommer 2013 hatte der Tod eines Rennfahrers die deutsche Langstreckenmeisterschaft (VLN) auf dem Nürburgring überschattet. Ein 55 Jahre alter Opel-Pilot war am Steuer nach einem Herzinfarkt gestorben. Der Vorfall am Samstag war jedoch der erste in der 38-jährigen Geschichte der Rennserie, bei dem Zuschauer zu Schaden kamen.

Mardenborough, dessen Vater Steve 21 Jahre lang als Fußballprofi in England aktiv war, gilt als großes Rennsporttalent. 2011 setzte er sich gegen mehrere 1000 Konkurrenten bei der sogenannten GT Academy von Nissan und Sony durch, einem virtuellen Autorennen auf der Play Station. Als Belohnung wurde ihm der Einstieg in den professionellen Motorsport ermöglicht.

Seit 2014 fährt Mardenborough in der GP3-Serie, in diesem Jahr startet der Brite zusätzlich in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft.

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