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Neun Rennen rund um die Welt, vier Klassen und ein ewiger Klassiker, der die Motorsport-Fans in seinen Bann zieht: SPORT1 erklärt die Langstrecken-WM WEC.

Zwei Wörter, ein Ort, ein Mythos. Die 24 Stunden an der Sarthe bilden das Herzstück der Langstrecken-WM. Der Klassiker ist der Höhepunkt der WEC-Saison, die am 16. April in ihr sechstes Jahr geht.

Doch was ist die WEC? Wie funktioniert das Ganze? Und was ist der Mythos Le Mans? SPORT1 erklärt die Langstrecken-WM.

Die Klassen

Die World Endurance Championship, kurz WEC, ging 2012 aus dem Intercontinental Le Mans Cup hervor und startet 2017 in ihre sechste Saison. Die WEC besteht aus insgesamt vier Klassen: LMP1, LMP2, GTE-Pro und GTE-Am.

Die LMP1 ist die Königsklasse mit reinrassigen Rennwagen, den sogenannten Le Mans Prototypen. Hier treten Porsche und Toyota mit ihren spektakulären Hybrid-Raketen mit faszinierender Technik und 1000 PS gegeneinander an. Das Reglement ist auf die Werke ausgerichtet, wobei die Hersteller in der Entwicklung nur wenige Beschränkungen haben.

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Die LMP2-Klasse ist vor allem für private Teams gedacht, hier gibt es Einheitsmotoren und Kostenobergrenzen, das Reglement ist auf die begrenzten Möglichkeiten der Teams zugeschnitten.

In der GTE-Pro-Klasse fahren GT-Autos, die auf den Straßenversionen basieren. Diese Klasse ist 2017 der Geheimtipp: Durch das deutlich geringere Budget, das nötig ist, ist sie für viele Hersteller attraktiv.

So fahren Ferrari, Ford, Aston Martin und auch Porsche in der neuen Saison erstmals einen Weltmeister aus, nachdem der GTE-Pro-Klasse das WM-Prädikat verliehen wurde. Die GTE-Am-Klasse ist die kostengünstigste, da dort nur "Gebrauchtwagen" teilnehmen dürfen, sprich GT-Autos, die mindestens ein Jahr alt sind und nicht weiterentwickelt wurden.

Das Format

Nach dem Ausstieg von Audi ist die Königsklasse LMP1 mit fünf permanenten Autos etwas dünner besetzt. Neben zwei Porsche 919 Hybrid und zwei Toyota TS050 Hybrid tritt auch das private Team ByKolles mit einem Auto an. Toyota wird in Spa und in Le Mans mit einem dritten Auto fahren. Insgesamt besteht die WEC in den diversen Klassen aus 28 Autos. Die bestreiten nach einem freien Training und einem Qualifying vereinfacht gesagt vier Rennen in einem.

Pro Auto sind mindestens zwei Fahrer notwendig und höchstens drei erlaubt, dabei ist festgelegt, wie lange ein Pilot mindestens im Auto sitzen muss und höchstens sitzen darf. Auch die Boxenstopps sind strikt geregelt. Die Punktevergabe erfolgt wie in der Formel 1, in Le Mans gibt es doppelte Punkte.

Bei allen WEC-Rennen wurde inzwischen für den Start der Le-Mans-Spirit übernommen. Dabei werden die Autos nebeneinander an der Boxenmauer aufgestellt, die Fahrer gegenüber. Nach einer Runde hinter dem Führungsauto erfolgt dann ein rollender Start.

Der Rennkalender

Die WEC reist innerhalb von rund sieben Monaten um die ganze Welt.

Eröffnet wird die Saison am 16. April traditionell in Silverstone. Außerdem fährt die Serie im belgischen Spa, auf dem Nürburgring, in Mexiko-Stadt, Austin, Fuji, Shanghai und Bahrain. Dort steigen jeweils die Sechs-Stunden-Rennen.

Unbestrittener Saisonhöhepunkt ist allerdings das dritte Event des Kalenders, die 24 Stunden von Le Mans, die am 17./18. Juni über die Bühne gehen.

Le Mans

Der Langstreckenklassiker bietet unzählige Mythen und Geschichten, jährlich lockt Le Mans rund 250.000 Fans an, die sich und den Motorsport feiern und so für eine besondere Atmosphäre sorgen.

Erstmals ausgetragen wurde das Rennen 1923. Der Kurs war damals noch über 17 Kilometer lang, inzwischen sind es 13,6 Kilometer, von denen 9,2 Kilometer über öffentliche Straßen führen.

Auf den langen Geraden schaffen die Werksautos über 330 km/h, in der Arnage-Kurve bremsen sie wiederum auf 70 km/h herunter. Der Vollgastanteil liegt bei rund 85 Prozent. Die höchste Geschwindigkeit, die je in Le Mans gemessen wurde, waren 404 km/h.

Le Mans brachte unter anderem die inzwischen obligatorische Champagner-Dusche bei der Siegerehrung hervor: 1967 versprühten A.J. Foyt und Dan Gurney spontan ihren Champagner.

Zu dem Mythos gehört aber auch die unschöne Seite. Seit 1923 starben bei dem Klassiker 117 Menschen. Das letzte Todesopfer war der Däne Allan Simonsen, der 2013 ausgangs Tertre Rouge in die Leitplanken knallte.

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