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Jari-Matti Latvala hat knapp zehn Sekunden Vorsprung vor Sebastien Ogier
Jari-Matti Latvala hat knapp zehn Sekunden Vorsprung vor Sebastien Ogier © xpbimages.com

Alle drei Volkswagen-Duos mischen im Vierkampf um den Sieg mit - Unterschiedliche Reifenstrategien sorgen für Spannung bis zum letzten Meter

Das wird ein Herzschlag-Finale: Die Rallye Portugal steht vor einem packenden Schlussspurt um den Sieg. Und alle drei Volkswagen-Duos mischen vor den abschließenden 54,65 Prüfungskilometern am Sonntag im Vierkampf um den Triumph aussichtsreich mit. Die Führenden im Polo R WRC: Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila aus Finnland. Sie haben sich mit 9,5 Sekunden Vorsprung vor ihren Volkswagen Teamkollegen Sebastien Ogier/Julien Ingrassia die beste Ausgangslage verschafft.

Kris Meeke/Paul Nagle folgen mit weiteren 10,5 Sekunden Rückstand auf der dritten Position, knapp gefolgt vom dritten Volkswagen-Duo. Andreas Mikkelsen/Ola Flöne rangieren nach 269,53 Kilometern gegen die Uhr mit nur 1,1 Sekunden Rückstand auf einen Podiumsplatz auf Rang vier. Der alles entscheidende Sonntag erwartet die World Rally Cars mit einem wahren Klassiker. Gleich zweimal wird die legendäre Prüfung "Fafe" mit ihrem spektakulären Sprung gefahren - beim zweiten Mal als abschließende Powerstage, auf der Zusatzpunkte für die besten drei Duos vergeben werden.

Das alles bestimmende Thema war am dritten Rallye-Tag erneut die Reifenwahl. Während Ogier/Ingrassia und Latvala/Anttila am Samstag jeweils vor- und nachmittags auf eine Mischung aus harten und weichen Michelin-Wettbewerbsreifen setzten, wählten Mikkelsen/Flöne am Vormittag ausschließlich die weiche Variante. Ein weiteres Thema des Tages war die Aufholjagd der Doppelweltmeister Ogier/Ingrassia. Sie machten 16,4 Sekunden auf die Führenden Latvala/Anttila und vier Positionen gut.

Ogier: "Volles Risiko"

"Julien und ich sind heute volles Risiko gegangen. Dazu hat sich unsere Reifenstrategie bezahlt gemacht", sagt Ogier zu seiner Aufholjagd. "Insgesamt bin ich mehr als zufrieden, wo wir jetzt vor dem Finaltag stehen. Ich glaube, wir haben im Cockpit einen perfekten Job gemacht. Etwas mehr als neun Sekunden sind auf Jari-Matti morgen nicht so einfach aufzuholen, aber auch nicht unmöglich. Ich werde am Sonntag genauso alles auf eine Karte setzen wie bisher und 100 Prozent geben - und dann sehen wir, wofür es am Ende reichen wird."

Latvala führt, ist aber nicht ganz zufrieden: "Für uns war es ein Tag mit viel Licht, aber auch mit Schatten. Die Bedingungen waren alles andere als einfach, es war auf den Wertungsprüfungen sehr rutschig und hier und da gab es auch einige Steine auf der Strecke. Auf der ersten Prüfung habe ich mit einem Fahrfehler etwa fünf Sekunden verloren und Meeke hat bis zum ersten Service eine Menge Zeit gutgemacht."

"Am Nachmittag habe ich den Spieß umgedreht und konnte auf Meeke wieder ein Zeitpolster aufbauen. Dafür hat mein Teamkollege Sebastien den ganzen Tag über richtig Druck gemacht und sitzt mir jetzt im Nacken. Es wird morgen ein spannender Kampf um den Sieg. Das Positive ist: Ich führe die Rallye an und habe noch knapp zehn Sekunden Vorsprung."

Mikkelsen kämpft um Podestplatz

Mikkelsen wird am Sonntag noch gegen Meeke um den dritten Platz kämpfen und versuchen, den Dreifachsieg für Volkswagen perfekt zu machen: "Alles in allem war es ein guter Tag für uns und ich bin mit meiner eigenen Leistung zufrieden. Man darf nicht vergessen, dass ich den Polo R WRC der zweiten Generation im Wettbewerb zuvor nie gefahren bin." Nur 1,1 Sekunden fehlen ihm auf Meeke.

"Ich habe zudem heute Vormittag auf eine ganz andere Reifenstrategie gesetzt als meine Teamkollegen und vier weiche aufgezogen. Dennoch habe ich mir noch weiche Reifen für das Finale aufgehoben. Was das am Ende alles wert ist, wird erst der Tag morgen zeigen. Natürlich würde ich gern am Ende auf dem Podium stehen. Aber ich möchte auch die Punkte für die Meisterschaft mitnehmen, nachdem ich in Argentinien leer ausgegangen bin. Es wird darauf ankommen, das Risiko bestmöglich zu kalkulieren."

Volkswagen Motorsport-Direktor Jost Capito ist dank dieser guten Ausgangslage bestens gelaunt: "Alle drei Polo R WRC kämpfen um den Sieg - als Motorsport-Direktor kann man sich nicht mehr wünschen. Die Reifenwahl war heute nicht leicht, unterm Strich waren beide Strategien unserer Fahrer richtig und alle Volkswagen-Fahrer haben Top-Leistungen abgerufen. Die Aufholjagd von Sebastien war eindrucksvoll und er wird sich am Sonntag sicher nicht darauf ausruhen, heute Platz zwei erobert zu haben."

"Jari-Matti hat heute aber auch gezeigt, dass er einen Vorsprung clever verwalten kann. Es wird zwischen diesen beiden bis zum Schluss spannend sein. Sie müssen beide aber Obacht geben, denn Kris Meeke im Citroen und unser Youngster Andreas Mikkelsen liegen fast gleichauf in Schlagdistanz. Keine Frage: Bei dieser Ausgangslage freuen wir uns auf den Sonntag bei der Rallye Portugal."

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