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Miikka Anttila und Jari-Matti Latvala triumphierten in Portugal
Miikka Anttila und Jari-Matti Latvala triumphierten in Portugal © xpbimages.com

Nach einem schwachen Saisonstart und Selbstzweifeln gelingt Jari-Matti Latvala mit dem Sieg in Portugal ein starkes Comeback in der Rallye-Weltmeisterschaft

Jari-Matti Latvala (Volkswagen) hat sich eindrucksvoll in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) zurück gemeldet. Nach drei Nullnummern in Folge gewann der Finne die Rallye Portugal, wo er in einem spannenden Finale den Angriff seines Teamkollegen Sebastien Ogier abwehrte und einen Volkswagen-Dreifacherfolg anführte. Bei der Pressekonferenz nach der Rallye spricht Latvala über den schwierigen Saisonstart, der am Selbstvertrauen des Finnen gekratzt hatte. Umso erleichterter zeigt er sich nach dem Befreiungsschlag von Portugal.

Frage: "Jari-Matti, Glückwunsch! Wie fühlst du dich?"Jari-Matti Latvala: "Ich bin wirklich glücklich. Eine große Last ist von meinen Schultern gefallen. Mein Selbstvertrauen war am Boden, und dann wieder aufzustehen und hier zu gewinnen, ist großartig. Seb hat sehr gelitten und ist, gemessen an seiner Position auf der Straße, großartig gefahren. Ich wollte es auf der langen Prüfung entscheiden, und meine Taktik ging auf. Heute war ich im Vergleich zu gestern und dem ersten Tag auf einem anderen Niveau."

Frage: "Sebastien hat heute viel Druck gemacht. Hast du alles riskiert?Latvala: "Ich dachte, ich würde es bei der Fafe-Prüfung verlieren. Ich mag sie zwar, aber Seb ist sie im vergangenen Jahr beim Rallye-Sprint gefahren und ich war vorher nur einmal hier. Wir haben bei der 32-Kilometer-Prüfung ausgerechnet, dass es reichen sollte. Wir haben uns beide richtig konzentriert und bei der langen (Prüfung; Anm. d. Red.) angegriffen."

Frage: "Miikka (Anttila; Beifahrer) hat dir einen Ratschlag gegeben. Was hat er gesagt?"Latvala: "Bei der ersten Prüfung am Morgen habe ich zu viel gewollt, bin zu schnell in die Kurven gefahren und habe daher den Ausgang nicht sauber erwischt. Ich musste eine saubere Linie fahren. Nach fünf Kilometern sagte er mir: 'Du machst das großartig, es läuft gut.' Das gab mir das Vertrauen, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Frage: "Was war für dich hier entscheidend?"Latvala: "Meine Leistung in Portugal war nicht immer die beste. Ich hatte viele Unfälle, schwere Unfälle. Aber das war im Süden, in der neuen Gegend hatte ich eine weiße Weste. Hierher zu kommen und gleich zu siegen, bedeutet mir viel. Obwohl ich selbst an mir zweifelte, habe ich wieder das Leistungsniveau erreicht, das ich am Ende des vergangenen Jahres hatte."

Frage: "Lässt der Druck jetzt nach?"Latvala: "Oh ja. Ich wollte zwar bei der Powerstage einige Punkte, aber wenn du den Sieg haben willst, kannst du bei der Powerstage nicht alles riskieren. Ich war recht zufrieden. Ich habe zwei Fehler gemacht, aber Seb war dort fantastisch. Mit dem Sieg und zwei Punkten bin ich zufrieden. Nachdem ich solch eine harte Zeit durchmachen musste, war das wirklich gut."

Frage: "Sind die schwierigen Zeiten jetzt vergessen?"Latvala: "Ich will so weitermachen. Wenn es nicht gut läuft, gerät man in eine Abwärtsspirale und zieht sich selber runter. Es geht nicht nur ums Fahren, sondern man verbreitet auch negative Energie, und das ist nicht gut. Wir mussten diesen Teufelskreis durchbrechen, und ich möchte nicht mehr dort hinein geraten."

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