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Sebastien Ogier sorgt mit seinen Aussagen weiterhin für Wirbel
Sebastien Ogier sorgt mit seinen Aussagen weiterhin für Wirbel © Volkswagen

Sebastien Ogiers Aussagen nach der Rallye Portugal schlagen weitere Wellen: Kris Meeke fordert vom Weltmeister mehr Respekt vor der Leistung der anderen Fahrer

Mit seinen Aussagen nach der Rallye Portugal hat sich Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier unter seinen WRC-Kollegen keine Freude gemacht. Im Vorfeld der Rallye Italien kritisierte Kris Meeke (Citroen) den Weltmeister mit deutlichen Worten. "Wir haben im Laufe der Jahre viele Weltmeister gesehen, aber keiner von ihnen hat ein solches Maß an fehlendem Respekt den anderen Fahrern gegenüber an den Tag gelegt", sagt der Brite.

Meeke nimmt Anstoß an Ogiers Kommentar im Ziel der Rallye Portugal. "Es ist frustrierend, dass der beste Fahrer an diesem Wochenende nicht gewinnt", hatte der Franzose nach seiner Niederlage gegen Teamkollege Jari-Matti Latvala gesagt. Damit spielte Ogier auf die Tatsache an, dass er als WM-Führender an den ersten beiden Tagen einer Rallye als erster auf die Strecke gehen muss, was auf Schotter ein deutlicher Nachteil ist.

Für Meeke ist dieses Verhalten eines Rallye-Weltmeisters nicht würdig. "Wenn dich jemand schlägt, dann ziehst du den Hut vor ihm, egal wie die Umstände sind", sagt er. "Wenn du an zwei der drei Tage einer Rallye der Schnellste bist, macht dich das nicht automatisch zum Sieger. Seb ist alt genug um zu wissen, dass diese Dinge für den Sport nicht gut sind."

Meeke rät Ogier vielmehr, sich ein Beispiel an seinem Vorgänger als Weltmeister und Namensvetter Sebastien Loeb zu nehmen. "Loeb hat 2011 auch von vorne weg gewonnen. Er fuhr drei Tage lang als Erster und hat sich nicht beschwert, sondern einfach einen unglaubliches Tempo an den Tag gelegt", so Meeke gegenüber 'Autosport'.

Ogier ficht die Kritik seines Kollegen nicht an. Zwar hatte er nach der Rallye Portugal eingestehen müssen, dass ihm sein unbändiger Ehrgeiz manchmal im Weg steht, doch ändern möchte er sich nicht. "Mag sein, dass ich dadurch ein paar Fans verliere, aber sich sage, was ich denke und werde so lange kämpfen, bis wir Regeln haben, die für alle sportlich und fair sind", so Ogier, der seine Aussagen zudem missinterpretiert sieht. "Jeder, der mich kennt, weiß, wie es gemeint war."

Das gilt zumindest für Teamkollege Latvala, der sich von den Aussagen Ogiers nicht diskreditiert fühlt und daher auch keine Entschuldigung erwartet. "Er hat bei der Pressekonferenz (nach der Rallye Portugal; Anm. .d. Red.) gesagt, dass er allen Respekt vor mit hat, das war nichts Persönliches", so der Finne. "Ich weiß wie er empfindet. Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so entschlossen um den Sieg kämpft. Wenn man den Menschen kennt und weiß, wie er denkt, kann man es verstehen."

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