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Mit seinem fünften Saisonsieg ist Ogier auf dem Weg zu WM-Titel Nummer drei
Mit seinem fünften Saisonsieg ist Ogier auf dem Weg zu WM-Titel Nummer drei © xpbimages.com

Sebastien Ogier gewinnt die Rallye Polen vor seinem Volkswagen-Teamkollegen Andreas Mikkelsen - Ford-Pilot Ott Tänak gefeierter Dritter

Weltmeister Sebastien Ogier setzt seine Erfolgsserie in der Rallye-WM (WRC) fort. Der Weltmeister holte sich bei der Rallye Polen seinen fünften Saisonsieg. Da sich der Volkswagen-Werksfahrer auch die drei Bonuspunkte in der Powerstage sicherte, ist er zu Beginn der zweiten Saisonhälfte auf dem Weg zur Titelverteidigung. Nach 19 Wertungsprüfungen hatte Ogier im Ziel 11,9 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Andreas Mikkelsen . Ford-Pilot Ott Tänak eroberte den dritten Platz.

Ogier musste am Freitag und Samstag die Schotter-Prüfungen als Erster in Angriff nehmen. Trotzdem konnte der Weltmeister die Führung erobern. Obwohl Mikkelsen den Druck bis zum Schluss hoch hielt, hatte Ogier alles unter Kontrolle. Als er am Sonntag als Letzter an der Startlinie stand, machte er den Sieg mit zwei Bestzeiten klar. Zum sechsten Mal in Folge fuhr Ogier in der abschließenden Powerstage Bestzeit .

"In diesem Jahr hatte ich schon viele tolle Siege, aber dieser hier ist etwas Besonderes", sagt der Weltmeister im Ziel. "Ich war für 90 Prozent der Rallye als Erster auf der Strecke. Dass ich am Ende 28 WM-Punkte mitnehme, ist ein perfekter Start in den Urlaub." In der WM beträgt sein Vorsprung auf Mikkelsen, der neuer WM-Zweiter ist, nun 78 Zähler. Volkswagen führt souverän die Herstellerwertung an.

Teamkollege Mikkelsen konnte bis zur letzten Prüfung mit Ogier mithalten und zeigte, dass er in diesem Jahr einen Schritt nach vorne gemacht hat. Die Freude über seine Leistung und den zweiten Platz überwiegt die knappe Niederlage. "Es war wahrscheinlich meine beste Rallye", lacht Mikkelsen.

Weniger gut lief es für den dritten Volkswagen-Fahrer. Jari-Matti Latvala rutschte in der Powerstage von der Straße und beschädigte sich den Kühler. Er konnte zwar ins Ziel fahren, aber das Duell um Platz drei war entschieden. Im Anschluss erhielt Latvala eine Zeitstrafe von 40 Sekunden, was ihn den vierten Platz kostete.

Neben Ogier wurde Tänak für seine Leistung gefeiert. Der Este fuhr die beste Rallye seiner Karriere und forderte Volkswagen heraus. Zum ersten Mal zeigte der von M-Sport überarbeitete Ford Fiesta seine Stärken. "Ich habe wie die Hölle gepusht", sagt Tänak zu seinem Angriff.

Zum zweiten Mal nach Sardinien 2012 stand Tänak als Dritter auf dem Podest. "Ich freue mich sehr für das Team. Es ist unglaublich. Ich bin so glücklich und bin Malcolm (Wilson; Chef von M-Sport; Anm. d. Red.) dankbar, dass er mir eine zweite Chance gegeben hat. Das bedeutet mir sehr viel."

Hyundai, Citroen und Co. chancenlos

Die Rallye war geprägt vom Vierkampf der drei Volkswagen-Fahrer und Tänak. Die restlichen Lenkradartisten hatten bei dieser schnellen Schotter-Rallye keine Chance. Hayden Paddon war als Fünfter der beste Hyundai-Vertreter. Durch die Zeitstrafe von Latvala erbte Paddon den vierten Rang. Sein Teamkollege Thierry Neuville wurde Sechster, hatte aber Glück: Am Sonntagvormittag überschlug sich der Belgier, konnte aber ohne großen Zeitverlust weiterfahren. Dani Sordo wurde abgeschlagen Zehnter, Kevin Abbring kam mit dem vierten Hyundai als 15. ins Ziel.

Ein weiterer gefeierter Fahrer war Robert Kubica. Der Ford-Privatier zeigte vor heimischer Kulisse eine solide Leistung, machte kaum Fehler und war auf Kurs zu Platz sieben. Dann schlug das Pech zu. In der Powerstage fing sich der ehemalige Formel-1-Pilot einen Reifenschaden rechts hinten ein. "Was soll ich machen? Auf der Geraden lag ein Stein und wir haben ihn getroffen", zuckt Kubica mit den Schultern.

Von den Fans am Streckenrand angefeuert blieb Kubica am Gas, verlor aber den siebten Rang an Citroen-Pilot Kris Meeke. "Etwas enttäuschend, denn das Wochenende ist sehr gut gelaufen. Aber so ist der Rallye-Sport", sagt Kubica abschließend. Für Meeke endete ein schwieriges Wochenende mit dem siebten Platz. Nach seinem Überschlag im Shakedown hatte der Brite das Selbstvertrauen verloren und kam nicht auf Tempo. Für Citroen gab es in Polen nicht viel zu holen, denn auch Mads Östberg hatte mit den hohen Geschwindigkeiten Mühe und beendete die Rallye als Neunter.

In der WRC2-Klasse feierte Skoda-Motorsport einen großen Erfolg. Europameister Esapekka Lappi und Pontus Tidemand sorgten mit einem Doppelerfolg für den ersten WM-Erfolg des neuen Fabia R5. Vor allem die Art und Weise wird der Konkurrenz zu denken geben, denn Skoda dominierte und fuhr klar in einer eigenen Liga. Der Deutsche Armin Kremer belegte in der WRC2-Klasse den fünften Platz. Die Rallye-WM verabschiedet sich nun in eine kurze Sommerpause. Vom 30. Juli bis 2. August findet der Klassiker in Finnland statt.

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