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Thomas Bach ist Präsident des IOC

IOC-Präsident Thomas Bach bedauert den Rückzug der Bewerbung Oslos um die Olympischen Winterspiele 2022, schätzt die Situation für das Internationale Olympische Komitee aber als nicht dramatisch ein.

"Ich bin traurig für die norwegischen Athleten und den norwegischen Sport, weil sie diese Bewerbung wirklich großartig unterstützt haben", sagte Bach im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) und betonte, dass der Rückzug Oslos eine "politische Entscheidung" gewesen sei.

"Niemand muss sich Sorgen um die Olympischen Spiele machen. Wir sehen weltweit, wie diese Spiele mehr denn je als Premiumprodukt wahrgenommen werden", sagte Bach (60).

Der erste deutsche IOC-Präsident will die Situation nicht überbewerten. "Wir müssen sehen, dass wir Rückzüge erlebt haben in dieser Bewerbungsphase", sagte Bach, verwies aber auf vergangene Bewerbungen mit wenigen Kandidaten und auf die Tatsache, dass die Bewerberzahl für Winterspiele "schon aus geografischen Gründen" sehr beschränkt ist.

"Zudem müssen wir sehen, dass wir im Augenblick in einer Weltwirtschaftskrise leben, in der legitimerweise intensivere Fragen gestellt werden zur Finanzierung von Projekten", ergänzte er: "Auf diese Fragen wollen wir Antworten geben mit der olympischen Agenda 2020."

Für die Winterspiele 2022 sind nach dem Rückzug Oslos nur noch Peking und Almaty/Kasachstan als Bewerber übrig geblieben.

"Wir nehmen es sehr ernst, dass während der Olympischen Spiele die Olympische Charta Anwendung findet, das heißt, dass hier keinerlei Diskriminierung stattfindet, dass Meinungsfreiheit in Pressekonferenzen, Interviews und überall herrscht", sagte Bach. Er gehe davon aus, dass die Bewerber "die Verpflichtungen auch einhalten".

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