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Die Olympischen Spiele sollen aus Sicht des DOSB 2024 in Hamburg stattfinden - zum Leidwesen Berlins. Die Reaktionen zu der Empfehlung.

Olympische Spiele direkt am Wasser, das ist also die Vision. Hamburg soll das größte Sportereignis der Welt nach Deutschland holen. Am Montagabend sprach das DOSB-Präsidium seine Empfehlung für die Hansestadt aus. Zum Leidwesen Berlins.

Am Samstag wird Hamburg dann aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Mitgliederversammlung des DOSB zur offiziellen Bewerber-Stadt gewählt.

Die Reaktionen zu der Entscheidung:

Michael Stich, Ex-Tennisprofi, zu SPORT1:

Michael Stich gewann 1992 olympisches Gold im Doppel
Für Olympia in Hamburg: Michael Stich © Getty Images

"Ich weiß, was Olympia bedeutet, es gibt nichts Größeres! Nichts auf der Welt verbindet so sehr. London hat es als europäische Stadt ja bereits gezeigt. Deshalb sollten wir uns jetzt wirklich an die Arbeit machen. Hamburg hat ein tolles Konzept, damit müssen wir uns nicht verstecken. Es kommt meiner Meinung darauf an, was wir den Sportlern bieten, in der Hinsicht müssen wir uns abheben."

Dietmar Beiersdorfer, Vorstandsvorsitzender vom Hamburger SV,  zu SPORT1:

Hamburger SV - General Meeting
Für Olympia in Hamburg: Dietmar Beiersdorfer © Getty Images

"Berlin ist mit einem gewissen Bonus gestartet in die letzten Monate. Aber die Stadt Hamburg, das Konzept und die Bewohner haben aufgeholt und am Schluss Berlin auch überholt. Wir können uns freuen, dass wir weiterhin die Möglichkeit haben, dieses Eisen ins Feuer zu halten."

Franziska van Almsick, Ex-Schwimmerin:

Franziska von Almsick
Franziska von Almsick freut sich für Hamburg © Getty Images

"Olympia in meiner Heimatstadt wäre für mich als waschechte Berliner Göre natürlich ein gigantisches Erlebnis gewesen. Aber ich bin nicht traurig. Wenn es schon nicht Berlin ist, dann ist Hamburg die absolut beste Alternative. Hamburg ist auf einem guten Weg, als große Sportstadt durchzustarten. Wenn die Hamburger sich etwas in den Kopf gesetzt haben, dann sind sie auch mit Eifer dabei. Das Konzept beinhaltet bereits viele tolle Ideen. Berlin hat viel mit sich selbst zu tun, da gibt es jeden Tag Tohuwabohu. 

"Man hat an Olympia in London gesehen, wie sehr der nationale Sport durch die Spiele gepusht wird. Auch für die deutsche Gesellschaft wäre es wichtig, dass sich die Menschen und vor allem die Jugend mal wieder so einer übergreifenden Euphorie wie bei der Fußball-WM 2006 hingeben können." 

Bob Hanning, Vizepräsident des DHB, Geschäftsführer Füchse Berlin:

Bob Hanning ist vor der EM optimistisch
Bob Hanning drückt Hamburg die Daumen © Getty Images

"Ich glaube, dass die Hamburger es schaffen werden, mindestens drei Viertel der Bevölkerung dafür zu begeistern. Man muss sagen, dass Hamburg alles richtig gemacht hat. Man kann sicherlich sagen, dass Berlin gerade durch die Bürgermeister-Entscheidung ein Stück weit hinten dran war und dass man dann ein bisschen lange gebraucht hat, um die Kräfte zu bündeln. Wir hätten es uns in Berlin gewünscht, aber wir wissen: Hamburg kann es auf jeden Fall. Als ich dort gelebt habe, habe ich gesehen, dass das eine Stadt mit viel Herz für den Sport ist." 

Thomas de Maiziere, Bundesinnenminister:

Thomas de Maiziere
Thomas de Maiziere fordert volle Unterstützung für Hamburg © Getty Images

"Es ist nicht nur im Sport so, dass sich jetzt alle Gedanken auf den Gewinner konzentrieren sollten. Deswegen fordere ich jetzt alle auf, Hamburg mit voller Kraft zu unterstützen. Für Olympia sind wir ab heute alle Hamburger. Die Bundesregierung wird die deutsche Olympiabewerbung nach besten Kräften unterstützen. Wir haben starke Konkurrenz, aber wir werden auch eine starke Bewerbung abgeben und dabei neue Maßstäbe setzen in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Bescheidenheit. Es gibt viele gute Gründe für Olympische und Paralympische Spiele in unserem Land."

Olaf Scholz, Erster Bürgermeister Hamburg:

Die Zeit Celebrates Helmut Schmidt's 95th Birthday
Für Olympia in Hamburg: Olaf Scholz © Getty Images

"Deutschland freut sich auf die Olympischen Sommerspiele 2024. Das ist ein Ereignis, dass für unser Land von großer Bedeutung ist. Wir empfinden es als eine sehr, sehr große Ehre und glauben, dass es für Hamburg und für Deutschland und für alle, die vom Sport begeistert sind, eine große Sache werden wird."

Michael Müller, Regierender Bürgermeister Berlin:

GERMANY-BERLIN-OLYMPIC GAMES
Mit Berlin gescheitert: Michael Müller © Getty Images

"Wir hatten eine große Zustimmung bei den Berlinern und Berlinerinnen. Wir sind eine sportbegeisterte Stadt. Dass diese eine einzige Umfrage jetzt so gewichtet wird, bedaure ich natürlich sehr. Wir haben einen Zehn-Punkte-Kriterien-Katalog, und gerade die Internationalität und Infrastruktur hätten mindestens ebenso gewichtet werden sollen. Der DOSB hat anders entschieden. Das muss man zur Kenntnis nehmen. Natürlich bin ich enttäuscht, weil ich glaube, dass für die Stadt eine große Chance nicht umgesetzt werden kann. Das war keine halbherzige Kampagne. Offensichtlich hat es eine Rolle gespielt, wie diese IOC-Agenda interpretiert wird. Natürlich habe ich Olaf Scholz gleich gratuliert. Jetzt kommt es darauf an, dass wir zusammenstehen, dass wir gemeinsam alle Anstrengungen unternehmen, die Spiele nach Deutschland zu holen. Das ist das Entscheidende."

Wladimir Klitschko, Box-Weltmeister und Wahl-Hamburger:

Wladimir Klitschko v Bryant Jennings - Press Conference
Für Olympia in Hamburg: Wladimir Klitschko © Getty Images

"Großartige Neuigkeiten, die mich im Trainingscamp erreichen. Die absolut richtige Entscheidung."

Dirk Seifert, von der Hamburger Initiative "NOlympia": 

"Der Volksentscheid ist kein Selbstgänger, sondern ein großes Risiko. Das ist noch nicht lange nicht durch. Was in München passiert ist, war nicht zufällig. Man muss bei Beträgen von über 10 Millionen Euro abwarten, ob die Stimmung noch weiter nach oben geht oder deutlich nach unten. Das wird keine leichte Aufgabe für den DOSB und den Hamburger Senat. Die Spiele 2024 werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in den USA stattfinden. Schade, dass sich diejenigen, die über 2028 nachgedacht haben, nicht durchgesetzt haben,. Bis dahin hätte man ein neues Modell für Olympia kreieren können."

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