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Die Olympischen Ringe vor dem Stadion in Berlin als Symbol der Bewerbung der Hauptstadt
Die ersten olympischen Spiele der Neuzeit fanden 1896 statt © Getty Images

Bündnis90/Die Grünen fordern verbindliche Kriterien bei der Vergabe von sportlichen Großereignissen. Ein entsprechender Antrag soll am kommenden Donnerstag in erster Lesung im Deutschen Bundestag beraten werden.

"Wir sehen den internationalen Sport in einer Glaubwürdigkeitskrise. Die Kürzel IOC und FIFA stehen nicht für einen gesunden Sport, sondern für Korruption, Vetternwirtschaft, Größenwahn und Kommerz. Diese Probleme wird der Sport nicht alleine lösen können", sagte Özcan Mutlu, sportpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag: "Die Einhaltung von Menschenrechten, der Schutz von Natur und Umwelt sowie Nachhaltigkeit und Transparenz brauchen nicht nur schöne Worte, sie brauchen international starke Fürsprecher."

In dem Antrag spricht sich die Partei unter anderem dafür aus, die Einhaltung von menschen- und bürgerrechtlichen sowie ökologischen Standards zur Vorraussetzung bei der Vergabe von Sportevents zu machen.

Die Umsetzung könnte auch durch Sanktionen sichergestellt werden. Zudem soll langfristig in Zusammenarbeit mit den Sportverbänden eine internationale Konvention erarbeitet werden, in der auch Punkte wie Transparenz, Korruptionsbekämpfung und Bürgerbeteiligung zu berücksichtigen seien.

Auch sollen die Steuerregelungen für internationale Verbände auf den Prüfstand gestellt werden.

"Die Duldung von Menschenrechtsverletzungen, Gigantomanie, Umwelt- und Naturvernichtung, Korruption, Intransparenz und Vetternwirtschaft sind Stichworte, die das Bild von Sportgroßveranstaltungen in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren maßgeblich mitbestimmt haben", hieß es in der Begründung: "Diese Entwicklung lässt den Sport in den Hintergrund treten und schadet ihm insgesamt. Um den Sport wieder in den Vordergrund zu rücken, bedarf es eines Bündels grundlegender Reformen, auch in den Weltsportverbänden."

Einen ähnlichen Antrag hatten die Grünen bereits in der vergangenen Legislaturperiode eingebracht. Dieser wurde damals jedoch sowohl im Sportausschuss als auch später im Bundestag abgelehnt.

Besonders die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2014 nach Sotschi und der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 nach Russland und 2022 nach Katar hatte in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder für heftige Kritik gesorgt.

Erst am Dienstag hatten einige Politiker angesichts des Krieges in der Ukraine einen Entzug der WM 2018 oder einen Boykott ins Spiel gebracht.

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