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Die Athleten in Rollstühlen müssen sich möglicherweise auf einiges gefasst machen © Getty Images

Die Rollstuhlfahrer unter den Teilnehmern und Besuchern der Paralympics 2016 (7. bis 18. September) in Rio de Janeiro könnten an der Copacabana ein böses Erwachen erleben.

Gut ein Jahr vor der Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion bereitet dem Organisationskomitee (OK) das Thema Barrierefreiheit in der brasilianischen Millionen-Metropole große Probleme.

"Es bleibt eine große Aufgabe, Rio behindertengerecht umzugestalten und einzurichten", sagte OK-Sprecher Mario Andrada der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Mehrere Organisationen hatten zuletzt massive Kritik am Stand der Paralympics-Vorbereitungen geübt. "Die Stadt hat gar nichts verbessert, was Erleichterungen für Behinderte angeht", sagte Teresa Costa d'Amaral vom brasilianischen Institut für die Rechte behinderter Menschen (IBDD): "In manchen Stadtteilen hat es zwar einige kleinere Verbesserungen gegeben, aber in den meisten anderen ist es sogar schlimmer geworden."

An den meisten Straßen haben die Gehwege entweder überhaupt keine oder nur auf einer Seite Absenkungen, sodass Rollstuhlfahrer sich ohne Hilfe nur innerhalb eines Straßenblocks bewegen können. Außerdem ist das Transportsystem praktisch gar nicht auf eine größere Anzahl von Rollstühlen eingestellt - das derzeit größte taugliche Fahrzeug bietet Platz für höchstens acht Fahrgäste in Rollstühlen.

"Es gehört auch zu unserer Arbeit, das Bewusstsein der Menschen zu schärfen, damit Druck auf die Regierung ausgeübt wird, in eine behindertengerechtere Infrastruktur zu investieren", sagte Andrada: "Das ist unser Ziel."

Die in der Bewerbung versprochene und inzwischen auch angelaufene Umrüstung von insgesamt 60 km Bürgersteig hält Andrada für nicht mehr als einen minimalen Anfang: "60 Kilometer behindertengerechter Gehwege machen Rio noch längst nicht zu einer behindertenfreundlichen Stadt." 

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