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Alfons Hörmann
Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 DOSB-Präsident © Getty Images

Hamburgs Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 kann nach Ansicht von DOSB-Präsident Alfons Hörmann von Deutschlands Haltung in der Flüchtlingskrise profitieren.

"Ich bin fest überzeugt, dass das Signal eines weltoffenen Deutschlands positiv wahrgenommen wird", erklärt der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes im Interview mit der Bild-Zeitung.

Bei der Vergabe-Entscheidung im Sommer 2017 würden neben harten Fakten auch "weiche Faktoren" eine Rolle spielen, sagte Hörmann: "Und dazu gehört auch: Ich welchem Umfeld, in welcher Stimmungslage finden die Spiele statt?"

Hörmann möchte die gegenwärtige Anerkennung für Deutschlands Engagement in der Flüchtlingskrise im Ausland besonders im Vergleich zu Hamburgs Mitkonkurrent Budapest und Ungarns umstrittener Haltung bei dem Thema nicht überbewertet wissen. Vor kurzem hätten die fremdenfeindlichen Vorfälle in Heidenau Deutschland noch in ein schlechtes Licht gestellt, "und daran sieht man, wie innerhalb kürzester bei ein und demselben Thema die Stimmungslage kippen kann."

Auswirkungen der zusätzlichen Belastungen für die öffentlichen Kassen zur Bewältigung des Flüchtlingsstroms auf Hamburgs Kandidatur fürchtet der 55-Jährige nicht.

"Die Willkommenskultur gegenüber den Flüchtlingen ergänzt sich sehr gut mit der Willkommenskultur bei einem Weltsportfest wie Olympischen Spielen oder Paralympischen Spielen. Und die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist so positiv, dass wir das eine tun wollen und können, ohne das andere zu lassen", meinte Hörmann.

Mit Blick auf die weltpolitische Lage erteilte der DOSB-Präsident immer wieder aufkommenden Forderungen nach einem Boykott der Fußball-WM 2018 in Russland einmal mehr eine Absage: "Der Sport hat seine Verantwortung, und die nimmt er auch aktiv wahr. Aber er hat auch seine Grenzen. Denn das, was die Politik weltweit nicht schafft, darf man dem Sport nicht als Sonderaufgabe in den Rucksack packen."

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