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Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 DOSB-Präsident
Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 DOSB-Präsident © getty

Nach dem Olympia-Aus für Hamburg beginnt nun die Aufarbeitung. DOSB-Boss Alfons Hörmann zeigt auf, wo sich die Hansestadt bei der Bewerbung besser hätte anstellen können.

Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) hat nach dem gescheiterten Olympia-Referendum in Hamburg Fehler eingeräumt.

"Mit mehr Zeit hätte man das Thema Finanzierung vielleicht besser klären können", sagte der 55-Jährige dem Hamburger Abendblatt: "Ich kann aber auch der Bundesregierung nicht böse sein, dass sie bei dieser Größenordnung nicht ohne intensive Prüfung einen Haken hinter den Kostenvoranschlag macht."

Die Bewerbung sah bei Gesamtkosten von 11,2 Milliarden Euro eine Beteiligung des Bundes in Höhe von 6,2 Milliarden vor. Doch bis zur Bürgerbefragung am Sonntag, bei der 51,6 Prozent der Hamburger gegen das Projekt stimmten, hatte es keine Einigung gegeben. Als Gründe für das Scheitern gab Hörmann auch den Zeitpunkt des Referendums sowie die "Begleitumstände" aus Flüchtlings-Debatte und Terror-Anschlägen von Paris an.

Die Folgen der Niederlage könnten für den deutschen Spitzensport laut Hörmann erheblich ausfallen. "Die olympischen Sportarten drohen noch mehr an den Rand gedrängt zu werden", meinte der DOSB-Chef: "Die Zweiklassengesellschaft zwischen Fußball und anderen Disziplinen droht noch stärker zu werden. Den aktuellen Sportlern fehlt die Perspektive auf ein olympisches Heimspiel."

Der Auftrag des DOSB bleibe es nun weiterhin, den olympischen Gedanken des gesamten Sports umzusetzen, meinte Hörmann, der die Niederlage beim Referendum als "Schlag in die Magengrube" bezeichnete: "Wie viel Motivation es gekostet hat, wird schon die DOSB-Mitgliederversammlung in dieser Woche zeigen."

Beim Treffen am Samstag in Hannover, dem auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière beiwohnen wird, nimmt die gescheiterte Olympia-Bewerbung eine zentrale Rolle ein.

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