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Dilma Rousseff
Brasiliens Präsidentin leitete die Gründung eines Doping-Gerichtshofs in die Wege © Getty Images

Einen Tag vor Fristablauf hat Brasiliens Staatspräsidentin Dilma Rousseff mittels eines provisorischen Dekrets die notwendigen Gesetzesänderungen zur Gründung eines zentralen Doping-Gerichtshofes bewilligt.

Sie sicherte damit vorerst die Laborkontrollen der Dopingproben während der Olympischen Spiele (5. bis 21. August) vor Ort in Rio de Janeiro. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte dem Land bis Freitag Zeit für die notwendige Anpassung an den international gültigen Anti-Doping Code gegeben.

In Brasilien werden Dopingvergehen noch vor den Sportgerichten der einzelnen Sportverbände verhandelt, was teils zu unterschiedlichen Auslegungen und Sanktionen geführt hatte. Die Einberufung eines nationalen Doping-Gerichtshofes mit möglichem Sitz in Brasília stößt jedoch bei den Sportverbänden, die um Kompetenzverlust bangen, auf harte Kritik.

"Wären wir den Forderungen der WADA nicht nachgekommen, liefen wir Gefahr, die Zulassung für unser Dopinglabor zu verlieren. Und ohne das Labor entstünden Nachteile für die Dopingkontrollen bei den Spielen", sagte Marco Aurélio Klein, Leiter der nationalen Dopingagentur ABCD, erleichtert.

Nicht erfüllte Standards hatten dazu geführt, dass die WADA Brasiliens Anti-Doping-Labor 2013 die Zulassung entzog. Deshalb wurden die Dopingproben während der Fußball-WM 2014 im Ausland analysiert. Im Mai 2015 wurde das Labor wieder eröffnet.

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