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Tischtennis-Ass Dimitrij Ovtcharov ist einer der 143 neuen Nominierten
Tischtennis-Ass Dimitrij Ovtcharov ist einer der 143 neuen Nominierten © Getty Images

38 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Rio stehen rund 40 Prozent des deutschen Teams. Der DOSB nominiert über 100 weitere Athleten.

Abseits der Zika-Angst und des Finanznotstands in Brasilien macht sich bei den deutschen Sportlern langsam das Zuckerhut-Gefühl breit.

38 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) stehen insgesamt 187 deutsche Teilnehmer und damit gut 40 Prozent des gesamten Teams fest. (Alle Nominierten in der Übersicht)

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nominierte am Dienstag in Frankfurt/Main weitere 143 Athletinnen und Athleten aus 14 Sportarten - darunter die Ruderer, Radsportler, Wasserspringer und Tischtennisspieler. Sechs davon sind sogenannte "Alternate Athletes", also Ersatzleute, die aber akkreditiert sind.

DOSB fühlt sich "gut gerüstet"

"Wir sind gut gerüstet und haben eine hochmotivierte Mannschaft", sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Michael Vesper, in Rio Chef de Mission. Ende Mai waren bereits 44 Starter berufen worden.

Mountainbikerin Sabine Spitz (44) freut sich riesig auf ihre fünften Sommerspiele.

"Es ist ein absoluter Wahnsinn. Ich kann mich noch erinnern, als ich vor 20 Jahren den großen Traum hatte, einmal bei Olympia dabei zu sein", sagte die dreimalige Medaillengewinnerin.

Vesper: "Klare Zusagen"

Bei der dritten und abschließenden Nominierungsrunde am 12. Juli wird das rund 440-köpfige Olympia-Team durch die restlichen Sportarten sowie die Sonderfälle und die Betreuer komplettiert. Das Rugby-Team und eine vierte Beachvolley-Paarung hatten jüngst unerwartet die Qualifikation verpasst.

Vesper ist vor dem in Brasilien grassierenden Zika-Virus ebenso wenig bange wie vor dem Wirtschaftsnotstand im Bundesstaat Rio. "Die Finanzlage dort ist natürlich schwierig, aber es wurden seitens der regionalen und überregionalen Regierung klare Zusagen gemacht, dass alle Verpflichtungen eingehalten werden können", sagte Vesper.

Die Diskussion über die Gefahr des Zika-Virus' war am Dienstag nach der Olympia-Absage von Golf-Superstar Jason Day (Australien) neu entfacht worden. Vesper verwies auf die letzte Verlautbarung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass eine Reise nach Rio bis auf wenige Ausnahmen "absolut vertretbar" sei.

Die Situation sei auch "entschärft" worden, weil nachgewiesen worden sei, dass die das Zika-Virus übertragende Stechmücke Aedes aegypti im brasilianischen Winter weniger aktiv sei, meinte Vesper.

Deutsche in fast allen Sportarten dabei

Deutschland wird am Zuckerhut in 26 oder 27 der 28 Sportarten vertreten sein. Vor vier Jahren in London waren 380 Deutsche am Start, in Peking 2008 waren es 440, 2004 in Athen 449.

Am 24. Juli um 22.15 Uhr brechen die ersten Athleten von Frankfurt/Main aus auf, danach sitzen fast täglich Sportler in Flugzeugen nach Brasilien. Die Marathon-Läufer bilden am 17. August die letzte Reisegruppe.

Schon vor den Spielen hat auch die Planung der Willkommensfeier für das Team begonnen.

Die Mannschaft, die am 1. August offiziell verabschiedet wird und deren Fahnenträger am 4. August bekannt gegeben werden soll, wird am 23. August nach der Landung auf dem Frankfurter Flughafen im Römer im Herzen der Bankenmetropole empfangen. Der Medientag mit der Einkleidung findet am 7. Juli in Hannover statt.

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