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IOC-Präsident Thomas Bach will im Doping-Fall der Russen auf Fakten setzen
IOC-Präsident Thomas Bach will im Doping-Fall der Russen auf Fakten setzen © Getty Images

IOC-Präsident Thomas Bach setzt im russischen Doping-Skandal auf Fakten. Auch der Olympia-Start von Whistleblowerin Julia Stepanowa ist weiter fraglich.

Für IOC-Präsident Thomas Bach ist fünf Wochen vor dem Start der Olympischen Spiele in Rio ein Komplett-Ausschluss Russlands in der Doping-Krise kein Thema.

Stattdessen strebt Bach nach Veröffentlichung des Sotschi-Berichtes am 15. Juli eine Lösung mit den Wintersport-Verbänden an.

"Wir werden selbstverständlich auf diesen Untersuchungsbericht reagieren und in Kooperation mit den Wintersport-Verbänden angemessene Maßnahmen auf der Grundlage von Beweisen ergreifen", sagte Bach.

Nur Fakten entscheiden

Sollten auch Sommersportverbände betroffen sein, müssten das die Fachverbände bei ihren Startberechtigungen russischer Athleten für die Spiele in Rio (05. bis 21. August) berücksichtigen.

Dies könne bis hin zur Suspendierung eines nationales Verbandes führen, vom Ausschluss einer Nation sprach Bach nicht.

Bach betonte, dass das IOC klar den bestehenden Regeln folgen müsse. "Denn es geht nicht darum, irgendwelche politischen Entscheidungen zu treffen, sondern auf Fakten zu reagieren", meinte der erste deutsche IOC-Chef.

Der am 15. Juli vorgestellte Sotschi-Bericht des Kanadiers Richard McLaren prüft, ob es in Russland tatsächlich ein vom Staat gesteuertes Doping-System gab und gibt.

Zudem werden Vorwürfe untersucht, wonach bei den Winterspielen am Schwarzen Meer 2014 mit Hilfe des russischen Geheimdienstes Doping-Proben manipuliert wurden. Mehrere Dutzend russischer Athleten sollen gedopt an den Start gegangen sein.

Stepanowa-Start fraglich

Auch der Start von Whistleblowerin Julia Stepanowa bei den Olympischen Spielen in Rio ist weiter fraglich. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) blieb in der brisanten Frage in Deckung und wartet auf einen Antrag des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF.

"Zunächst muss die IAAF entscheiden. Dann müssen wir das vollumfänglich unter Berücksichtigung der persönlichen und rechtlichen Gesichtspunkte prüfen", sagte IOC-Präsident Thomas Bach und stellte klar: "Das kann man nicht mit einem Federstrich erledigen, weil hier wesentliche Regeln der Olympischen Charta in Frage stehen."

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