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Tejay Van Garderen ist wegen des Zika-Virus´ in Sorge um seine Frau © Getty Images

Der US-amerikanische Radprofi Tejay van Garderen wird nicht bei den Olympischen Spielen antreten, um einer Virus-Erkrankung zu entgehen. Es geht um seine schwangere Frau.

Der US-Radprofi Tejay van Garderen verzichtet wegen des in Brasilien grassierenden Zika-Virus auf einen Start bei den Olympischen Spielen in Rio.

Van Garderens Frau Jessica ist schwanger und damit besonders gefährdet.

"Wenn Jessica nicht schwanger wäre und sie mich nominieren, wäre ich bei den Spielen dabei", sagte der 27-Jährige in einem vom Verband USA Cycling verbreiteten Statement: "Fakt ist aber, dass sie schwanger ist. Und wenn etwas mit dem Baby passiert, könnte ich es mir nie verzeihen."

Das Virus, dass durch die Aedes-Mücke übertragen wird, kann bei schwangeren Frauen zu Missbildungen beim Fötus führen.

Das OK der Spiele in Rio hatte am Donnerstag bei seinem Bericht für das Executive Board des Internationalen Olympischen Komitees darauf hingewiesen, dass das Aufkommen der Aedes-Stechmücken während des brasilianischen Winters von Juni bis September nur äußerst gering sei.

Van Garderen war schon 2012 bei den Olympischen Spielen in London für die USA am Start und wäre in Rio einer der beiden US-Kandidaten für das Straßenrennen.

Bei der Tour de France 2012 und 2014 wurde der mehrmalige US-Meister jeweils Fünfter.

Während Top-Sportler wie Usain Bolt, Novak Djokovic, Rafael Nadal oder Neymar angekündigt hatten, trotz des Virus in Rio starten zu wollen, erwägt auch der spanische Basketball-Star Pau Gasol einen Verzicht.

"Die Gesundheit geht vor", sagte der Center des NBA-Klubs Chicago Bulls und verwies auf die Erfahrungen des australischen Profigolfers Marc Leishman, dessen Frau nach der Ansteckung mit dem Zika-Virus "fast gestorben" sei.

Das Zika-Virus spaltet auch die Fachwelt. Die Welt-Gesundheitsorganisation WHO hatte erklärt, dass "keine Gefährdung der öffentlichen Gesundheit" vorliege, "die es rechtfertigen würde, die Olympischen Spiele abzusagen oder zu vertagen".

Eine Gruppe von 150 Ärzten und Wissenschaftlern indes forderte eine Verlegung oder Verschiebung des Events. Die Spiele wie geplant auszutragen, wäre "unverantwortlich" und "unethisch", hieß es.

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