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Michael Vesper ist gegen einen General-Ausschluss der russischen Athleten © Getty Images

In der Diskussion über einen General-Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro (5. bis 21. August) wegen des Verdachts systematischen Dopings bleibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) vorerst zurückhaltend.

DOSB-Vorstandschef Michael Vesper erklärte zwei Tage nach der Sperre gegen Russlands Leichtathleten für Rio auf SID-Anfrage, dass "es für eine Ausweitung dieses Schritts auf sämtliche Sportarten derzeit keine hinreichende Grundlage in Form von Beweisen gibt" und "bloße Vermutungen und Verdächtigungen da nicht ausreichen können".

Vesper reagierte auf einen Vorstoß von Deutschlands Leichtathletik-Chef Clemens Prokop.

Vesper will abwarten

Der Jurist hatte am Samstag keine 24 Stunde nach der Olympia-Sperre für die russischen Leichtathleten das Internationale Olympische Komitee (IOC) angesichts zahlreicher Hinweise für systematisches und womöglich staatlich organisiertes Doping in Russland aufgefordert, "auch über einen Ausschluss der gesamten russischen Olympia-Mannschaft nachzudenken".

Aus Prokops Sicht können "solch systembedingte Probleme nicht auf eine Sportart begrenzt werden".

Anders als der DLV-Chef will Vesper vor weiteren Maßnahmen den für Mitte Juli erwarteten McLaren-Report für die Welt-Anti-Doping-Agentur über Manipulationen und andere Verstöße gegen den WADA-Code im russischen Sport abwarten, "um dann auf seiner Grundlage Konsequenzen zu ziehen".

Im Gegensatz zu Vesper hatten Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz und Präsident Manfred Werner vom Deutschen Ringer-Bund (DRB) Prokops Initiative unterstützt.

Lambertz wie Werner halten die Hinweise auf organisiertes Doping bei russischen Athleten in ihren Sportarten für ausreichend, um Sperren für Olympia konkret zu prüfen.

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