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Alfons Hörmann ist seit 2013 Präsident des DOSB
Alfons Hörmann ist seit 2013 Präsident des DOSB © Getty Images

DOSB-Präsident Alfons Hörmann würde Russland nicht komplett von den Olympischen Spielen in Rio ausschließen. Man müsse "Kompromisse als bestmögliche Lösung sehen".

Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, hat sich für einen teilweisen Ausschluss russischer Athleten von den Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgesprochen. "Ich würde die 20 Sportarten, in denen man Russland systematisches Doping nachgewiesen hat, ausschließen", sagte der DOSB-Chef der Bild-Zeitung.

Bei dieser Lösung würde Hörmann es "notfalls auch in Kauf nehmen, dass Athleten, die nichts genommen haben, auch ausgeschlossen werden". Schwieriger sei ein Ausschluss von Athleten aus Sportarten, bei denen im McLaren-Bericht keine Dopingverstöße nachgewiesen wurden. "Bei den verbleibenden Disziplinen halte ich es für eine schwierige Entscheidung, die juristisch wohl nur schwer haltbar wäre. Deshalb würde ich an dieser Stelle eventuell Kompromisse als die bestmögliche Lösung sehen - wenn auch nur schweren Herzens", sagte Hörmann.

Klar sei: Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees müsse "juristisch wasserdicht sein, denn der Großteil der Verlierer wird vor Gericht ziehen und dort versuchen, seine Rechte zu sichern". Die Kernfrage aus juristischer Sicht sei also: "Ist es möglich, Sippenhaft auszusprechen - ja oder nein?"

Spätestens am Dienstag Entscheidung über Russland

Spätestens am kommenden Dienstag wird das IOC über einen möglichen Komplett-Ausschluss Russlands entscheiden. Zunächst will die Ringe-Organisation das Urteil des Sportgerichtshof CAS am Donnerstag bezüglich des Einspruchs von 68 russischen Leichtathleten abwarten, die vom Weltverband IAAF nicht für die Olympischen Spiele in Rio zugelassen worden waren.

Durch die Veröffentlichung des McLaren-Reports am Montag war bekannt geworden, dass es in Russland zwischen 2011 und 2015 ein staatlich gelenktes Doping-System gegeben hat. In einem ersten Schritt hatte das IOC am Dienstag einige Sofortmaßnahmen gegen Russland verhängt. Unter anderem werden vorerst keine IOC-Sportveranstaltungen in Russland mehr organisiert.

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