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145th Open Championship - Day Four
Martin Kaymer kann Golf-Kollegen nicht verstehen, die nicht zu den Olympischen Spielen wollen © Getty Images

Der deutsche Golfer hält die Absagen für Rio wegen des Virus' für einen Vorwand. Er kritisiert seine Kollegen - und bekommt Unterstützung von einem anderen Athlet.

Deutschlands Golfer Martin Kaymer hat vor der Rückkehr seines Sports auf die olympische Bühne in Rio kein Verständnis für die vielen mit Angst vor dem Zika-Virus begründeten Absagen seiner Kollegen.

"Ich sehe es auch als angenehme Ausrede für manche. Ich habe mich auch damit befasst, kenne die Risiken", sagte der frühere Weltranglistenerste im ZDF. Man könne sich halt testen lassen und müsse danach halt die nächsten sechs Monate ein bisschen aufpassen, sagte Kaymer weiter.

Er könne nur seine eigene Entscheidung treffen, man müsse die Entscheidungen der anderen akzeptieren, so Kaymer, aber: "Was man davon hält, da redet man dann eher zu Hause drüber." Kaymer fühlt vor allem mit denen, die so viel für das olympische Turnier getan hätten: "Das ist für unsere Sportart extrem bitter, speziell für die Leute, die so hart dafür gearbeitet haben, dass Golf wieder olympisch wird", sagte der 31-Jährige.

Unterstützung von anderen Athleten

Nachvollziehen könne er die Absagen von rund 20 Kollegen, darunter die Top 4 der Weltrangliste, nicht. Eine mögliche Erklärung lieferte Kaymer dann doch: "Wir sind extrem verwöhnt in unserer Sportart. Wir verdienen viel Geld, wir leben in einem tollen Haus, haben einen relativ einfachen Lebensstil, kommen immer Sonntagsabends nach Hause zu unserer Familie."

Da sei es für ihn "sehr schwer zu verstehen, dass Du dann am größten und ältesten Sportevent der Welt nicht teilnimmst. Für mich ist es ganz schwer, dafür eine Begründung zu finden". Für seine klare Kritik lobte ihn Hockey-Nationalspieler Moritz Fürste: "Danke für ehrliche Worte. Ein geiler Sportsmann Martin Kaymer. Hoffentlich entdeckt auch der Sport Golf den Mythos Olympia noch für sich."

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