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BRITAIN-WADA-OLY-2016
Craig Reedie ist nicht ganz einverstanden mit der Entscheidung des IOC © Getty Images

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung des IOC, Russland nicht komplett von den Olympischen Spielen auszuschließen.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat die Entscheidung des IOC im Fall Russland "zur Kenntnis genommen" und sich "enttäuscht" darüber gezeigt, dass das IOC der WADA-Empfehlung eines kompletten Ausschlusses russischer Athleten auf Basis der Erkenntnisse aus dem McLaren-Report "nicht gefolgt ist". Das gab die WADA in einem Statement am späten Sonntagabend bekannt.

"Ein Ausschluss der russischen Athleten hätte eine ganz klare zukunftsorientierte Linie aufgezeigt", wird WADA-Chef Craig Reedie in dem Statement zitiert. Der McLaren-Report habe schließlich "jenseits aller Zweifel ein staatlich gestütztes Doping-Programm in Russland dargelegt, das die Prinzipien eines sauberen Sports im Einklang mit dem WADA-Code ernsthaft untergräbt".

Saubere Athleten deutlich weniger geschützt

Die WADA respektiere natürlich "die Autorität des IOC, Entscheidungen auf Basis der Olympischen Charta zu treffen", sagte WADA-Generalsekretär Olivier Niggli. Die vom IOC genannten Argumente und Kriterien wiesen allerdings darauf hin, dass der saubere Athlet deutlich weniger geschützt sei.

Sehr betroffen sei die WADA auch von der Nachricht, dass Whistleblowerin Julia Stepanowa in Rio nicht starten darf.

"Die WADA hat Julias Bestreben, in Rio laufen zu dürfen, stets sehr engagiert unterstützt", sagte Niggli. Stepanowa habe mit viel Mut "den größten Dopingskandal der Geschichte aufgedeckt". Die Botschaft, die ihr Startverbot an alle Whistleblower der Zukunft aussende, "bereitet der WADA große Sorgen".

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