vergrößernverkleinern
Hans Wilhelm Gäb war Chef der Stiftung Deutsche Sporthilfe
Hans Wilhelm Gäb war Chef der Stiftung Deutsche Sporthilfe © Imago

Als Zeichen gegen die IOC-Entscheidung zum Startrecht russischer Athleten gibt der langjährige Sport-Spitzenfunktionär Hans Wilhelm Gäb seinen Olympischen Orden zurück.

Der langjährige Sport-Spitzenfunktionär Hans Wilhelm Gäb gibt aus Protest gegen die IOC-Entscheidung zum Startrecht russischer Athleten bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro seinen Olympischen Orden zurück.

"Schlag gegen die Integrität des Sports"

"Ich halte die Entscheidung für den bisher schwersten Schlag gegen die Integrität des Sports und die olympischen Prinzipien", teilte der frühere Chef der Stiftung Deutsche Sporthilfe in einer persönlichen Erklärung mit: "Ich möchte nicht die Auszeichnung einer Organisation tragen, welche die Ideale des Sports verrät."

Er empfinde die Aussperrung der russischen Leichtathletin und Doping-Kronzeugin Julia Stepanowa durch das Internationale Olympische Komitee als "schamlosen Akt und eine einzigartige Verbeugung vor der Machtpolitik eines bloßgestellten Staates", schrieb der 80-Jährige weiter.

Daher gebe er den Orden zurück, der ihm 2006 vom heutigen IOC-Präsidenten Thomas Bach verliehen worden war.

Harte Kritik am DOSB

Auch die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes, welche die Entscheidung des IOC gutgeheißen hatte, kritisierte das frühere NOK-Präsidiumsmitglied hart.

"Ich fühle mich beschämt durch die Erklärung des DOSB-Präsidenten Alfons Hörmann, der die IOC-Maßnahmen als fair und gerecht bezeichnet und damit die deutsche Anti-Doping-Agentur NADA und die eigene Athleten-Vertretung desavouiert", betonte Gäb, der Ehrenvorsitzender im Aufsichtsrat der Stiftung Deutsche Sporthilfe ist.

Daher will der frühere Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) eine weitere Konsequenz ziehen: "Die Ehrennadel des DOSB werde ich zurückschicken, wenn das Präsidium des DOSB die Erklärung seines Präsidenten als Erklärung des deutschen Sports übernimmt."

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel