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German Championships In Athletics - Day 2
Katharina Molitor ist amtierende Weltmeisterin im Speerwurf © Getty Images

Es wird ernst im Streit um die Olympia-Nominierung von Christina Obergföll: Der Anwalt von Katharina Molitor leitet einen ersten Schritt in Richtung Klage ein.

Im Streit um die Nicht-Nominierung von Katharina Molitor für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hat der Rechtsanwalt der Speerwerferin dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine Frist bis Mittwochnachmittag gesetzt.

Sollte die Entscheidung nicht zurückgenommen und Molitor nicht nominiert werden, will ihr Anwalt Paul Lambertz Rechtsmittel vor dem zuständigen Landgericht Frankfurt einreichen. 

"Ob wir Klage einreichen, hängt einzig und allein von der Reaktion des DOSB ab", sagte Lambertz: "Der DOSB hat es sich mit seiner Entscheidung für Christina Obergföll viel zu einfach gemacht."

Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender beim DOSB, teilte mit: "Die Nominierungskriterien sind wie bei früheren Olympischen Spielen mit Zustimmung der Athletensprecher beschlossen und frühzeitig veröffentlicht worden. Dagegen gab es keinerlei Einwendungen. Genau nach diesen Kriterien haben wir entschieden."

Obergföll wirft weiter, Molitor schneidet besser ab

Ausschlaggebend seien bei der Entscheidungsfindung die "Bestleistung kombiniert mit der Zweit- und Dritt-Leistung in diesem Jahr gewesen", hatte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB, am Dienstag nach der letzten Nominierungsrunde des Dachverbandes gesagt.

Lambertz argumentiert anders: "Die Nominierungskriterien sehen vor, dass sich die Entscheidung an den besten Leistungen und Ergebnissen zu orientieren hat. Frau Obergföll hat zwar in dieser Saison geringfügig weiter geworfen, Frau Molitor aber die besseren Ergebnisse erzielt."

Bei den deutschen Meisterschaften in Kassel hatte Molitor Platz zwei erreicht, Obergföll nur Rang vier. Bei der EM, für die Obergföll nach einem Entscheid des Bundesausschusses Leistungssport des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) nicht nominiert worden war, verpasste Molitor als Vierte bei der EM nur knapp eine Medaille. Als Saisonbestleistung stehen allerdings für Obergföll 64,96 m zu Buche, für Molitor 63,20 m. 

Auch Obergföll erwog juristische Schritte

"Wir haben aber noch einen Trumpf im Ärmel. Ich bin der Auffassung, dass der DOSB und der DLV den Nachweiszeitraum unzulässig verkürzt haben. Nach den Regularien des Weltverbandes IAAF erstreckt sich der Nachweiszeitraum vom 1. Mai 2015 bis zum 11. Juli 2016. In diesem Zeitraum ist unsere Mandantin mit einer Weite von 67,69 m Weltmeisterin geworden", sagte Lambertz.

Der DLV und der DOSB hätten diesen Zeitraum auf die Spanne zwischen dem 1. April 2016 und dem 10. Juli 2016 verkürzt.

Lambertz sieht darin eine "sachlich nicht gerechtfertigte Beeinträchtigung der Athletin und damit einen Kartellrechtsverstoß".

Obergföll hatte bereits vor der Nominierung angekündigt, dass sie sich im Fall einer Nicht-Berücksichtigung für die Spiele juristisch zur Wehr setzen würde.

"Ich hoffe nicht, dass der DOSB sich diesem Druck gebeugt hat. Ausschließen kann ich es aber nicht", hatte Molitor gesagt.

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