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Christoph Harting sorgte nach seinem Olympiasieg für Irritationen
Christoph Harting sorgte nach seinem Olympiasieg für Irritationen © Getty Images

Christoph Harting kann nicht gut mit den Medien, die Pressekonferenz nach dem Olympia-Triumph wird ein unbehaglicher Termin. Die PK im Wortlaut.

Christoph Harting hat sich überraschend Olympia-Gold im Diskuswerfen gesichert - danach aber für Irritationen gesorgt.

Zum einen legte er während der Nationalhymne ein seltsames Verhalten an den Tag, pfiff, verschränkte die Arme, machte Mätzchen. Zum anderen verweigerte er Interviews mit den Reportern - er habe "schlechte Erfahrungen" gemacht.

Auch die Pressekonferenz wurde da zum unbehaglichen Termin. Der Wortlaut:

Frage: "Herr Harting, können Sie bitte kommentieren, wie der Tag für Sie gelaufen ist?"

Christoph Harting: "Schönen guten Tag, ich freue mich Sie zur Pressekonferenz, die relativ schweigend verlaufen wird, begrüßen zu dürfen. Ich habe in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Medien gemacht. Kurzes Statement von mir - ich bin kein PR-Mensch, ich beantworte echt ungern fragen. Ich bin Sportler und verstehe mich auch als solcher. Ich bin nicht der Medienhengst, ich suche nicht nach Öffentlichkeit. Ich genieße den Wettkampf, ich genieße die Bühne dort, alles andere überlasse ich den anderen, die mehr sagen wollen."

Frage: "Wie haben Sie die Siegerehrung erlebt? Ihnen ist etwas runtergefallen und es schien, als konnten Sie nicht stillstehen?"

Harting: "Ich habe ein kleines Andenken bekommen, eine kleine Figur, die ist mir runtergefallen. Ich habe eine neue bekommen. Ich bin ein Mensch der Rhythmus braucht, der Rhythmus liebt, der gute Musik über alles schätzt. Es ist schwer zur Nationalhymne zu tanzen, habe ich festgestellt."

Frage: "Haben Sie vor dem Wettkampf mit ihrem Bruder gesprochen, was hat er Ihnen gesagt?"

Harting: "Ich denke das Ganze habe ich mit der ersten Frage beantwortet."

Frage: "Sie haben gesagt, Sie seien kein Medienhengst. Wie meinen Sie das?"

Harting: "Man muss das differenziert betrachten. Ich bin spätestens mit dem Olympiasieg eine Person des öffentlichen Lebens. Das heißt, es gibt eine relativ große Interessengemeinde, die nicht nur die Leichtathletik, sondern auch den Wurf verfolgt. Der Name Harting wird jetzt noch mehr mit besonderem Interesse verfolgt. Jetzt gibt es aber mehrere Arten von Persönlichkeiten, ich versuche es herunterzubrechen auf extrovertiert und introvertiert. Extrovertierte Menschen legen Wert darauf, dass sie genau darauf achten, wie sie von außen wahrgenommen werden, wahrgenommen werden wollen und repräsentieren sich dementsprechend. Als introvertierte Person, so bezeichne ich mich selbst zumindest, fühle ich mich hier völlig fehl am Platz. Dass ich hier sitze, mit Ihnen rede, das ist nicht meins. Ich fühle mich völlig unwohl. Ich glaube, das drückt auch so ein bisschen aus, was Sie versuchen herauszufinden. Ich muss vor keinem von Ihnen versuchen, besonders gut dazustehen. Was Sie über mich denken, ist mir vollkommen egal. Ich finde, dass man nach einem Olympiasieg zu allererst die Möglichkeit haben sollte, mit den Personen zu feiern, die einem am nächsten stehen, meine Familie. Ich habe es bis jetzt, ich weiß nicht, zwei Stunden nach dem Wettkampf, nicht geschafft diese zu erreichen und fühle mich deshalb hundeelend."

Frage: "Die Frage ist für Robert Harting ..."

Harting (lacht bitter): "Das war's, Du kannst gehen. Holy Jesus!"

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