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München und Frankfurt am Main - Deutschlands Handballer wollen bei Olympia jeder Ablenkung entsagen. Teammanager Roggisch freut sich nur auf eines, EM-Held Wolff widerspricht dem olympischen Gedanken.

Sightseeing, Sex, Sportbesuche.

Olympische Spiele beinhalten weit mehr als die eigenen Wettkämpfe. Das wissen die Athleten, das wissen die Verantwortlichen. Oliver Roggisch stellte vor dem Abflug der deutschen Handball-Nationalmannschaft deswegen klar, worauf es beim Trip nach Rio ankommt.

"Wenn wir in Rio keinen Erfolg haben, macht auch das ganze Leben im olympischen Dorf keinen Spaß", erklärte der Teammanager der "Bad Boys" am Dienstag drei Tage vor Beginn der Olympischen Spiele.

Der Fokus soll beim Europameister zunächst nur auf den eigenen sportlichen Erfolg gerichtet werden.

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Sportlicher Fokus das "A und O"

"Ich versuche, mich auf nichts anderes als Handball zu freuen. Handball ist genug", so Roggisch. Es sei eine "Riesengefahr", wenn man danach schauen würde, was die anderen Sportarten machen und nach Tickets suchen würde.

Kapitän Uwe Gensheimer sprach zwar von einer großen Vorfreude, schlug aber in eine ähnliche Kerbe. "Es ist für uns alle das erste Mal bei Olympischen Spielen, da kommt einiges auf uns zu. Es ist aber wichtig, trotzdem den Fokus auf den sportlichen Wettkampf zu halten. Das wird das A und O sein", so Gensheimer.

Nach den zuletzt eher durchwachsenen Vorstellungen in der Vorbereitung werden die Sinne wieder geschärft. Im Tunnel soll dem EM-Coup aus Polen am Zuckerhut die Krone aufgesetzt werden.

Dabei sein ist nicht alles

Während es Roggisch "vermessen" findet, sofort den Titel ins Visier zu nehmen, zählt für EM-Held Andreas Wolff nur eine Medaille. "Du fährst ja nicht dahin, um nur dabei gewesen zu sein", widerspricht Wolff dem olympischen Gedanken.

Nach der olympischen Zwangspause 2012 soll das erste Edelmetall seit Silber 2004 folgen. Dafür bat Bundestrainer Dagur Sigurdsson nach der Ankunft gleich zur ersten Trainingseinheit in Rio de Janeiro.

Das zuletzt etwas verloren gegangene Bad-Boy-Image soll mit der Generalprobe gegen Kroatien am Mittwoch (15 Uhr) wieder in den Vordergrund rücken.

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Auftakt gegen Schweden

Schon am Sonntag (16.30 Uhr) wird es gegen Rekord-Europameister Schweden in der riesigen Future Arena (12.000 Sitzplätze) dann ernst. Danach geht es im Zwei-Tage-Rhythmus weiter gegen Polen (9. August), Gastgeber Brasilien (11. August), Slowenien (13. August) und Ägypten (15. August).

Die besten vier Teams qualifizieren sich fürs Viertelfinale - dem erklärten Minimalziel der Verbandsspitze.

Dann hätte auch Roggisch, der ein "optimales Turnier" spielen will, sicher nichts mehr gegen etwas Ablenkung. "Wir sollten erst einmal gucken, dass wir unsere Spiele gewinnen. Alles andere kommt dann step by step".

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

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