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Dagmar Freitag ist Sportausschussvorsitzende im Bundestag
Dagmar Freitag ist seit 2009 Vorsitzende des Sportausschusses © Getty Images

Die Bundestags-Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag hat dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in der "Causa Russland" angesichts von über 270 russischen Aktiven bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro Augenwischerei vorgeworfen.

Schon beim Verzicht auf einen Totalausschluss der russischen Olympia-Mannschaft seien eine möglichst große Mannschaft aus Russland und die Verhinderung eines Rio-Starts der russischen Whistleblowerin Julia Stepanowa die übergeordneten Ziele des IOC gewesen, sagte die SPD-Politikerin am Tag der Eröffnungsfeier von Rio.

"Dass eine große russische Mannschaft an den Start gehen würde, muss jedem nach dem IOC-Beschluss klar gewesen sein. Das war offensichtlich so gewollt", meinte Freitag und fügte hinzu: "Und dass der Internationale Sportgerichtshof CAS das Startverbot für russische Athleten, die in der Vergangenheit wegen Dopings gesperrt waren, als rechtswidrig beurteilen und aufheben würde, muss auch jedem in der IOC-Exekutive klar gewesen sein. Aber das, was wohl wirklich beabsichtigt war, ist erreicht: nämlich, dass wohl alle Ex-Doper starten können - nur Julia Stepanowa nicht."

Das IOC hatte Ende Juli trotz Belegen für Staatsdoping in Russland auf einen kompletten Ausschluss des Landes von den Wettbewerben in Brasilien verzichtet.

Dabei hatte die IOC-Führung unter dem deutschen Präsidenten Thomas Bach zwar eine allgemeine Sperre gegen schon einmal suspendierte Dopingsünder aus Russland verhängt, die darüber hinaus gehende Entscheidung über die Zulassung weiterer russischer Athleten für Rio aber unter der Bedingung nachgewiesener Sauberkeit an die Weltverbände delegiert.

Stepanowa war außerdem wegen ihrer persönlichen Dopingvergangenheit in Russland "wegen ethischer Bedenken" ein international vielfach geforderter Start unter IOC-Flagge verweigert worden. 24 Stunden vor Beginn der Spiele in Rio sind von 387 nominierten Aktiven aus Russland allerdings nur 120 Sportler von den Wettkämpfen ausgeschlossen worden, darunter alleine 67 schon vor der IOC-Entscheidung gesperrte Leichtathleten. 

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