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Doping
Das kenianische Leichtathletik-Team schickt wegen mutmaßlicher Doping-Beihilfe den nächsten Offiziellen heim © Getty Images

Kurioser Zwischenfall im Team der kenianischen Leichtathleten: Bei einer Dopingkontrolle gibt ein Trainer anstelle eines Athleten eine Probe ab. Die Kenianer reagieren umgehend.

Das kenianische Leichtathletik-Team hat den nächsten Offiziellen wegen des Verdachts der Doping-Beihilfe von den Olympischen Spielen verbannt.

Trainer John Anzrah musste die Heimreise antreten, weil er sich zuvor bei einer Doping-Kontrolle für den 800-m-Läufer Ferguson Rotich (30) ausgegeben hatte.

"Das Vergehen, das er begangen hat, richtet sich gegen das Team Kenia. Deshalb haben wir ihn nach Hause geschickt", sagte Kenias Chef de Mission Stephen Arap Soi dem Fernsehsender Citizen TV.

Anzrah war offenbar mit der Akkreditierung von Rotich in der Mensa des Olympischen Dorfes, als Mitarbeiter der Welt-Anti-Doping-Agentur eigentlich den WM-Vierten von Peking zum Test abholen wollten. Stattdessen gab Anzrah die Urinprobe ab und unterschrieb auch das Testprotokoll für Rotich.

"So ein Verhalten können wir nicht tolerieren", sagte Leichtathletik-Legende Kip Keino, Vorsitzender des kenianischen Olympischen Komitees.

Zuvor war bereits der Delegationsleiter der kenianischen Leichtathleten, Michael Rotich, aus Rio verbannt worden. Er war in einem Beitrag der ARD-Dopingredaktion und der Sunday Times gezeigt worden, wie er vor versteckter Kamera anbot, den Zeitpunkt von Doping-Kontrollen an betroffene Sportler zu verraten. Für die Vorwarnungen verlangte Rotich einen Betrag von 10.000 Pfund (gut 15.000 Euro). Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

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