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Die russischen Athleten sind von den Paralympics in Rio ausgeschlossen worden
Bei den Paralympics kommt es schon vor dem Start zu finanziellen Abstrichen © Getty Images

Trotz finanzieller Zusagen von staatlicher Seite droht den Paralympics in Rio de Janeiro (7. bis 18. September) die Absage von Nationen und Kürzungen im Umfeld der Sportevents.

Philip Craven, Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), sagte bei einer Pressekonferenz in Rio: "Niemals zuvor in der 56-jährigen Geschichte der Paralympics sind wir mit solchen Umständen konfrontiert worden."

Der IPC-Boss hob hervor, dass die eigentlich bis Ende Juli an die 165 nationalen Verbände weiterzuleitenden Zuschüsse noch immer nicht ausgezahlt worden seien. Deshalb gäbe es zehn kleinere Nationen, die Gefahr liefen, keine Athleten nach Rio schicken zu können.

Von Bürgermeister Eduardo Paes habe er aber die Zusicherung, umgehend umgerechnet 42 Millionen Euro zu erhalten.

Weitere 27 Millionen Euro seien vom Bund in Aussicht gestellt worden.

Die Verwendung öffentlicher Gelder im Organisationsetat ist aber Gegenstand eines Rechtsstreits. Eine Sperre der Subventionen war erst am Mittwoch aufgehoben worden.

Das IPC arbeitet deshalb schon an Einsparungen. So wurde Rollstuhl-Fechten aus dem Deodoro-Park in die zuvor nicht ausgelastete Carioca-Arena verlegt.

Die Zahl der Einsatzkräfte wurde reduziert, das Transportsystem noch einmal überarbeitet, Medienzentren und Hilfseinrichtungen der Arenen wurden zusammengelegt.

Weitere Streichungen könnten nötig werden, wenn der Ticketverkauf nicht in den nächsten Tagen anzieht. Bislang wurden erst 300.000 der 2,4 Millionen Eintrittskarten abgesetzt. Als Ziel waren 1,8 bis zwei Millionen Zuschauer anvisiert worden.

"Wir hoffen, dass eine Werbekampagne das brasilianische Publikum zu einer starken Unterstützung aller Sportarten animiert", sagte Craven. Er betonte, dass die Austragung keiner der Wettbewerbe in den 23 Sportarten in Gefahr sei.

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