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Die deutschen Hockey-Männer gehen auch mit einer Panne vor der Partie souverän um © Getty Images

Auch eine Panne bei der Hymne bringt die deutschen Hockey-Männer nicht aus dem Konzept. Bei Olympia in Rio feiert das Team gegen Irland seinen dritten Sieg.

Erst ein Stromausfall im Stadion, dann eine deutsche Mannschaft unter Hochspannung: Die Hockey-Männer haben bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro auch nach dem dritten Spiel eine reine Weste.

Das Team von Bundestrainer Valentin Altenburg besiegte am Dienstag Außenseiter Irland mit 3:2 (1:1) und steht auf dem Weg zum erhofften Gold-Hattrick vorzeitig im Viertelfinale.

"Ich bin eigentlich sehr unzufrieden", sagte Altenburg, "am Ende war es ein ungefährdeter Sieg, aber es ist noch viel Luft nach oben. Die brauchen wir gegen Argentinien."

Argentinien ist am Donnerstag nächster deutscher Gegner. Das letzte Vorrundenspiel gegen Erzrivale Niederlande findet am Freitag statt.

Panne vor dem Anpfiff

Das Spiel hatte mit einem Kuriosum begonnen: Plötzlich wurde die Videowand schwarz - und auch vom Band kam kein Ton mehr. Also stimmten Kapitän Moritz Fürste und Co. die deutsche Nationalhymne A cappella an und sangen sie voller Inbrunst und gut hörbar im ganzen Stadion.

"Wir wurden gefragt, ob wir nichts machen wollen. Aber wir haben gesagt, wir wollen singen. Sowas habe ich in 290 Länderspielen auch noch nicht erlebt", sagte Fürste

Viel Leidenschaft dann auch im Spiel. Fürste (13., 38.) mit zwei Strafecken und Martin Zwicker (42.) trafen für den Olympiasieger von 2008 in Peking und 2012 in London, der zuvor bereits Kanada (6:2) und Indien (2:1) besiegt hatte. Eugene Magee (26.) erzielte das zwischenzeitliche 1:1 für Irland,  Michael Darling noch den Anbschlusstreffer (59).

Gegen die "Boys in Green" überzeugte Deutschland rund 24 Stunden nach dem Last-Minute-Sieg gegen Indien in der ersten Hälfte mit schnellem Passspiel und starker Mentalität.

"Bei Olympia fällt es uns nicht schwer, auch die vermeintlich leichten Gegner ernst zu nehmen", hatte Torhüter Nicolas Jacobi vor dem Duell gesagt. Dies zeigte sich auch auf dem blauen Kunstrasen.

Lücken in der Defensive

Der ehemalige Welthockeyspieler Tobias Hauke zog im Mittelfeld geschickt die Fäden und initierte eine Angriffswelle nach der nächsten, die auf Irlands Keeper David Harte zurollte. Doch auch die die Underdogs kamen zu ihren Chancen und deckten die eine oder andere Lücke in der deutschen Deckung auf.

Das Team von Bundestrainer Jamilon Mülders trifft auf Südkorea und will seine Ausgangsposition für das Viertelfinale nach dem Sieg gegen Neuseeland (2:1) und dem vorherigen Punktgewinn gegen China (1:1) weiter verbessern.

"Wir entwickeln uns von Spiel zu Spiel", sagte Mülders in einer ersten Zwischenbilanz zufrieden. Spanien (Donnerstag) und Topfavorit Niederlande (Samstag) sind nach dem Korea-Duell die verbleibenden Kontrahenten in der Vorrunde für die deutschen Damen.

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