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Mangelhafte Ausstattung hat bei der Behandlung von Stefan Henze wertvolle Zeit gekostet © Imago

Nach dem schweren Unfall von Kanu-Coach Stefan Henze gerät die medizinische Versorgung in die Kritik. Der Mannschaftsarzt des deutschen Teams widerspricht den Mutmaßungen.

Bei der Behandlung des bei einem Verkehrsunfall schwer verletzten deutschen Kanuslalom-Trainers Stefan Henze soll durch die ungenügende medizinische Ausstattung des ansässigen Krankenhauses offenbar wertvolle Zeit verloren gegangen sein.

"Es ist unverantwortlich, dass ausgerechnet dieses Krankenhaus nicht ausreichend für Unfallchirurgie ausgestattet ist, obwohl dort so viele schwere Autounfälle geschehen. Es hätte nicht als Referenzklinik für Olympia ausgewiesen werden dürfen ", warnte Jorge Darze, Präsident der Ärztegewerkschaft von Rio de Janeiro, bereits wenige Tage vor Henzes Unfall im Spiegel vor der mangelhaften Ausrüstung des Loureno Jorge Krankenhauses, in welches Henze zunächst eingeliefert wurde.

Am Samstagmorgen betonte Olympia-Mannschaftsarzt Prof. Dr. Bernd Wolfarth jedoch, dass die Rettungskette infolge des Unfalls am frühen Freitagmorgen "schnell funktioniert" habe. Henke sei im nächstgelegenen Krankenhaus "schnell stabilisiert" worden und dann in eine Spezialklinik überführt worden. "Das hätte man in Deutschland auch nicht schneller umgesetzt", sagte Wolfarth. 

Über den weiteren Fortgang der Dinge wollte er "keine unnötigen Spekulationen" anstellen. Man sei in ständigem Kontakt mit der Klinik. Nach Auskunft von Chef de Mission Michael Vesper sind Henkes Angehörige mittlerweile auf dem Weg nach Rio.

Henze schwebt nach einem schweren Verkehrsunfall in Lebensgefahr. "Es ist eine sehr schwere Verletzung, er ist in einem lebensbedrohlichen Zustand, der sich in den letzten zwölf Stunden nicht verändert hat", so Wolfarth.  

"Wir sind tief bestürzt und sehr traurig", sagte der deutsche Chef de Mission Michael Vesper dem SID

"Die Olympischen Spiele haben für unser Team ihre Leichtigkeit und Bedeutung verloren, betet mit uns oder drückt die Daumen, dass unser Trainer seinen bisher besten Kampf gewinnt", schrieb  Kanu-Präsident Thomas Konietzko in seinem Blog.

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