vergrößernverkleinern
Vanderlei de Lima bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele
Vanderlei de Lima bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele © Getty Images

Der frühere brasilianische Langstreckenläufer Vanderlei de Lima entzündet das Olympische Feuer. Bei den Spielen 2004 in Athen wird er zum tragischen Helden.

Der frühere brasilianische Langstreckenläufer Vanderlei de Lima hat um 23.49 Uhr Ortszeit das Olympische Feuer in Rio de Janeiro entzündet und damit für den Höhepunkt der spektakulären Eröffnungsfeier gesorgt.

Zuvor hatte Tischtennis-Spieler Timo Boll das deutsche Team ins Maracana-Stadion geführt. Am Zuckerhut stehen bei den Sommerspielen der 31. Olympiade insgesamt 306 Entscheidungen auf dem Programm.

Tragischer Held von Athen

Die Geschichte von Vanderlei de Lima ging um die Welt, als Unglücksrabe von Athen ist er unvergessen.

Vanderlei de Lima wurde 2004 in Athen von einem irischen Fanatiker attackiert
Vanderlei de Lima wurde 2004 in Athen von einem irischen Fanatiker attackiert © Getty Images

Im Marathonlauf bei den Olympischen Spielen 2004 war der Brasilianer fünf Kilometer vor dem Ziel mit gut 30 Sekunden Vorsprung in Führung liegend von einem irischen Fanatiker von der Strecke gedrängt worden - und musste sich am Ende mit Bronze begnügen.

In Rio durfte der 47-Jährige bei den ersten Sommerspielen in seiner Heimat das Olympische Feuer entzünden.

Medaille vom IOC

Weil er den Vorfall in Athen damals ohne Murren hingenommen hatte - erst später klagte das brasilianische NOK erfolglos vor dem Sportschiedsgericht CAS auf eine zusätzliche Goldmedaille - erhielt de Lima vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) Ende August 2004 die Pierre-de-Coubertin-Medaille. "Sie ist mir so viel wert wie Gold", sagte de Lima damals. Mit 39 Jahren beendete der Leichtathlet seine Karriere.

Der Langstreckler wuchs im Hinterland des Bundeslandes Parana auf, wo seine Familie auf dem Land Geld verdiente.

Als Kind lief er auf den staubigen Wegen zwischen den Plantagen. Seine Marathonkarriere startet de Lima 1994, als er als Tempomacher in Reims (Frankreich) bis zum Schluss durchhielt und gewann.

Siege feierte er zudem bei den Panamerikanischen Spielen 1999 und 2003 sowie 1996 in Tokio, 2002 in Sao Paulo und 2004 beim Hamburg-Marathon.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel