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Lukas Klostermann, Serge Gnabry und Niklas Süle (v.l.) haben sich in Rio de Janeiro ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw gespielt © SPORT1-Montage: Marc Tirl / Getty Images/ Imago

München - Brandt, Süle, Toljan, Gnabry: Sie alle könnten nicht nur die Olympia-Mannschaft prägen. SPORT1 analysiert, wer wie nah dran ist am Kader von Joachim Löw.

Sie haben den Traum vom Olympia-Gold in Rio de Janeiro knapp verpasst. Aber sie haben trotzdem demonstriert, dass niemandem um die Zukunft des deutschen Fußballs bange sein muss.

Diverse Leistungsträger aus dem Team von Horst Hrubesch könnten die A-Nationalmannschaft sogar schon sehr bald prägen.

SPORT1 analysiert, wer wie nah dran ist an einem Platz in der Mannschaft von Joachim Löw.

- Dicht dran an Löws Kader:

Allen voran: Julian Brandt. Zu einem Platz im endgültigen EM-Kader hatte es ja nicht gereicht. Was gut für Hrubesch war, der so einen hochmotivierten Antreiber gewann.

Bestätigte die starken Eindrücke aus der Saison mit Leverkusen, legte zahlreiche Tore auf, hat - trotz eines nicht so auffälligen Finals - das Zeug, ein Großer zu werden.

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Blendende Perspektiven haben auch die beiden Hoffenheimer Niklas Süle und Jeremy Toljan. Süle empfahl sich mit Nachdruck als kommende Autorität in der Innenverteidigung, der demnächst mal einspringen dürfte, wenn einer aus dem Stammduo Boateng/Hummels eine Pause braucht.

Außenverteidiger Toljan - der im Finale bei Neymars Tricksereien unbeeindruckt blieb und auch offensiv überzeugte - bewirbt sich derweil um das Erbe von Philipp Lahm, angeblich hat ja auch Bayern Interesse.

Ergibt Sinn, wenn EM-Rechtsverteidiger Joshua Kimmich doch eher im Mittelfeld bleiben will. Dass Toljan auch auf der linken Seite verteidigen kann, verschlechtert seine Karten ebenso wenig. 

- Gute Chancen:

Außenstürmer Serge Gnabry, vergessenes Wunderkind des FC Arsenal, rief sich mit sechs Toren und spielerisch starken Eindrücken, spektakulär in Erinnerung. Bestätigt er das Turnier auch im Vereinsdress - welches auch immer es sein wird - muss Löw ihn auf dem Zettel haben.

Angreifer Davie Selke war da schon vorher, schon wegen des erhöhten Bedarfs an echten Neunern wird er seine Chancen bekommen. Auch RB-Leipzig-Kollege Lukas Klostermann profitiert von seiner Position, kann als Außenverteidiger auch bei Löw mal ausprobiert werden.

Keeper Timo Horn ist definitiv auch gut genug für das Nationalteam - hat nur eben das Problem, dass auf seiner Position die Konkurrenz eine etwas andere ist.

Gleiches gilt für den Dortmunder Weltmeister Matthias Ginter. Die Schalker Leon Goretzka und Max Meyer sind ohnehin längst in Löws erweitertem Nominierungskreis und bleiben da.

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- Geringe Chancen:

"Ob Neymar Grischa Prömel überhaupt kennt?" Die schöne rhetorische Frage eines Radioreporters während des Finals lässt sich wohl auch in Zukunft nicht seriös beantworten.

Der Karlsruher, der seinen Job als erster Ersatzmann für die Bender-Zwillinge solide erfüllte, gehört zu denen, für die die Konkurrenz im Kampf um einen Platz bei Löw zu groß ist. Dasselbe gilt für die Verteidiger Robert Bauer und Philipp Max, Offensivmann Max Christiansen und die beiden Ersatztorhüter Jannik Huth und Eric Oelschlägel.

Den drei Ü23-Gaststars geht es trotz ihrer größeren Prominenz ähnlich. Die Bender-Zwillinge Lars und Sven waren für Hrubesch zwei dankbare Garanten defensiver Stabilität, bei Löw aber sind sie ebenso durchs Raster gefallen wie Stürmer Nils Petersen.

In allen drei Fällen stehen dahinter spielerische Grundüberlegungen, an denen sich durch ihre guten Olympia-Leistungen nichts geändert hat.

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