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Dr. Thomas Bach bittet die IOC-Mitglieder im Anti-Doping-Kampf um Unterstützung © Getty Images

IOC-Präsident Thomas Bach hat in einem Brief die Mitglieder seiner Organisation zur Unterstützung bei der Reform des weltweiten Anti-Doping-Kampfes aufgerufen.

Auf dem Weg zum bereits mehrfach von Bach formulierten Ziel, das Anti-Doping-System unabhängig von den Fachverbänden zu machen, schrieb Bach an die 97 Mitglieder, 39 Ehrenmitglieder sowie Ehrenpräsident Jacques Rogge: "Ihr Rat und Beitrag werden entscheidend für den Erfolg dieser Diskussion sein."

Ziel bleibe laut Bach eine Doping-Weltkonferenz im kommenden Jahr, die zu einem "robusten, effizienteren, transparenteren und einheitlicheren Anti-Doping-System" führen soll. Am 8. Oktober wird der von Bach geführte "Olympic Summit" sich mit ersten Vorschlägen befassen, die eine Expertenkommission der WADA abgibt. Der bevorstehende Prozess könnte "ein Wendepunkt zum Besseren im Kampf gegen Doping" sein, schrieb Bach in dem Brief, der dem SID vorliegt.

Mit Blick auf die andauernden Untersuchungen gegen Russland schloss Bach erneut weitere Konsequenzen nicht aus. Die im McLaren-Report dargelegten Vorwürfe hinsichtlich eines russischen Staatsdoping-Systems "treffen das Herz der Olympischen Spiele und attackieren ihre Integrität", schrieb Bach: "Wir können dieses Problem nur beheben, wenn wir als ein gemeinsames Team daran arbeiten."

Sonderermittler Richard McLaren hatte eine Veröffentlichung weiterer Details für Ende Oktober angekündigt. Danach soll die vom Franzosen Guy Canivet geleitete IOC-Disziplinarkommission die russische Seite anhören. "Alle notwendigen Maßnahmen" könnten laut Bach nach jetzigem Stand Anfang 2017 verhängt werden. Bei den Mitgliedern bedankte er sich herzlich für den Beitrag am "riesigen Erfolg" der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

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