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Ulrike Nasse-Meyfarth gewann 1972 und 1984 Olympiagold im Hochsprung
Ulrike Nasse-Meyfarth gewann 1972 und 1984 Olympiagold im Hochsprung © Getty Images

Ulrike Nasse-Meyfarth holt zum Rundumschlag gegen die Funktionäre in den großen Verbänden aus. Die Olympiasiegerin fordert neue Strukturen und eine Abkehr vom Gigantismus.

Hochsprung-Olympiasiegerin Ulrike Nasse-Meyfarth fordert ein radikales "Ausmisten" bei den großen Sportverbänden und die Abkehr vom Gigantismus der Olympischen Spiele.

"Die Funktionärskaste muss man ausmisten, absetzen und ersetzen durch hauptamtliche Strukturen mit neutralen Aufsichtsgremien. Die Weltsportverbände müssen endlich wieder seriös und vor allem am Sportler arbeiten", forderte die 60-Jährige im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Weg vom Gigantismus

Dazu gehöre "eine Dopingbekämpfung, die weltweit unter gleichen Bedingungen arbeiten kann, auch wenn das illusorisch anmutet". Man müsse "auch wegkommen vom Gigantismus der Olympischen Spiele, aber das IOC begreift es immer noch nicht. Rio ächzt noch lange unter der Last der diesjährigen Spiele, und derzeit lesen wir, dass Tokio Probleme hat, Olympia 2020 auf die Beine zu stellen. Und dann träumen die NRW-Politiker von Olympia in der Rhein-Ruhr-Region?"

Ungewöhnlicher Vorschlag

Nasse-Neyfarth, Olympiasiegerin von 1972 in München und 1984 in Los Angeles, macht einen ungewöhnlichen Vorschlag: "Vielleicht sollte man zwei, drei Städte in der Welt festlegen, in denen künftig im Wechsel Olympische Spiele stattfinden."

Den Funktionären, unter anderem im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und im Fußball-Weltverband FIFA, wirft sie "Vetternwirtschaft, persönliche Bereicherung, Korruption und erpresserische Dopingvertuschung" vor. Ihr Fazit: "Man kann die meist überalterte Funktionärskaste nur verachten. Die machen den Spitzensport kaputt."

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