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Die Olympischen Winterspiele finden 2018 im südkoreanischen Pyeongchang statt
Die Olympischen Winterspiele finden 2018 im südkoreanischen Pyeongchang statt © Getty Images

Russland soll mit dem IOC einen Deal über die Teilnahme der Olympischen Winterspiele 2018 ausgehandelt haben.

Russlands Wintersportler müssen im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2018 angeblich keine Sanktionierung durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) mehr fürchten.

Wie die australische Nachrichtenagentur AAP unter Verweis auf Quellen aus dem Anti-Doping-Sektor berichtet, soll das Russische Olympische Komitee (ROC) vor einem Deal mit dem IOC stehen. Demnach soll eine "erhebliche Strafzahlung für endemisches Doping" den Russen das generelle Startrecht bei den anstehenden Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang (9. bis 25. Februar 2018) garantieren.

Teil des vermeintlichen Deals sei auch eine öffentliche Entschuldigung eines hochrangigen russischen Funktionärs, um die notwendige Zulassung der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) wiederzuerlangen.

IOC weist Deal zurück

Ein IOC-Sprecher wies den Inhalt des Berichts am Mittwoch auf Nachfrage als "reine Spekulation" zurück und verwies auf die andauernde Arbeit der IOC-Kommissionen, die derzeit die Ergebnisse des kanadischen Ermittlers Richard McLaren auswerten.

Der ehemalige Schweizer Bundesrat Samuel Schmid steht der Kommission vor, die sich der Frage des Staatsdopings in Russland widmet. Das Schweizer IOC-Mitglied Denis Oswald leitet das Gremium, das sich speziell mit den Dopingproben der russischen Athleten beschäftigt. Die Arbeit dieser Kommissionen sei noch "im Gange", erklärte der IOC-Sprecher weiter. Ein finales Urteil über mögliche Sanktionen im russischen Dopingskandal sei noch nicht gefallen.

Rund 1000 russische Athleten unter Verdacht

Dem McLaren-Report zufolge haben zwischen 2011 und 2015 rund 1000 russische Athleten vom Dopingsystem im Riesenreich profitiert. Betroffen seien auch die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi gewesen. McLaren, Sonderermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), hält jahrelanges russisches Staatsdoping, von dem in der Vergangenheit mehr als 1000 Athleten profitiert haben sollen, für erwiesen. Vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 hatte das IOC auf eine komplette Verbannung Russlands verzichtet.

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