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Martin Schulz schnappt sich den Sieg in Rio © Imago

Martin Schulz schreibt bei den Paralympics in Rio de Janeiro Geschichte. Der Leipziger kämpft sich beim frisch ins Programm aufgenommenen Triathlon zum Sieg.

Martin Schulz konnte kaum sprechen, so außer Atem war er. Doch sein ganzes Glück war in jeder Sekunde zu spüren.

"Das war immer mein Traum, das ist unbeschreiblich, ich werde noch Wochen dafür brauchen, um das zu realisieren. Unglaublich", sagte der 26-Jährige aus Leipzig mit Tränen in den Augen, nachdem er im Triathlon ein Stück Paralympics-Geschichte geschrieben hatte.

Gold! Und das gleich bei der Premiere! In 1:02:37 Stunden triumphierte der dreimalige Weltmeister im Sprint der Klasse PT4 über 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen am Fort Copacabana vor dem Kanadier Daniel Stefan (1:03:05) und dem Spanier Jairo Ruiz Lopez (1:03:14).

"Ich habe dafür die letzten Jahre sportlich alles geopfert. Ich war manchmal unmöglich, und ich hoffe, dass ich das wieder ausgleichen kann. Ich nehme mir jetzt auf jeden Fall ganz viel Zeit für alle, die mich irgendwie unterstützt haben", sagte Schulz, dem von Geburt an der linke Unterarm fehlt, nach einem "so harten Lauf". 

"So brutales Seitenstechen"

Das Schwimmen, das er als Vierter beendete, sei "gut" gelaufen, "das Radfahren war Bombe, aber das Laufen war so schwer", meinte Schulz.

Am Ende habe er nur noch gedacht, "das kannst du doch jetzt so kurz vor dem Ziel nicht aus der Hand geben. Ich hatte so brutales Seitenstechen." Aber es reichte. Er rettete sich als Erster ins Ziel und ließ sich erst einmal zu Boden fallen. 

Die Emotionen waren groß, auch als der Sport- und Fitnesskaufmann in der Stunde seines größten Triumphes an seinen schwerkranken Freund Markus Häusling dachte.

Der 45-Jährige hätte in Rio ebenfalls starten sollen, doch für Häusling geht es nach der Diagnose ALS nur noch darum, überhaupt am Leben zu bleiben. Neben Schulz war in der Klasse PT2 auch der oberschenkelamputierte Stefan Lösler bei der Triathlon-Premiere dabei.

Der 31-Jährige aus Neundorf, der bei den Winterparalymics 2014 in Sotschi noch mit dem Snowboard gestartet war, wurde Achter.

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