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Denise Schindler hätte ohne die Disqualifikation Bronze gewonnen © Getty Images

Die Münchnerin Denise Schindler muss bei den Paralympics eine Disqualifikation hinnehmen. Von der Zeit her hätte die Radfahrerin in der Einzelverfolgung Bronze gewonnen.

Denise Schindler weinte. Anstatt sich den Traum von Paralympics-Gold in der 3000-m-Einzelverfolgung zu erfüllen, wurde die 30 Jahre alte Radsportlerin aus München schon in der Qualifikation aus der Wertung genommen, nachdem sie zu lange im Windschatten ihrer Konkurrentin Megan Giglia aus England gefahren war.

"Ich habe so eine Wut", sagte Schindler völlig aufgelöst: "Das ist so hart, so bitter. Da arbeitet man vier Jahre darauf hin - und dann so was. Ich wusste, dass ich ins Finale fahren kann."

Zwei weitere Chancen als Trost

Dass sie bei den Paralympics in Rio noch zwei weitere Medaillenchancen hat - am 14. September im Zeitfahren und am 16. im Straßenrennen - konnte sie in diesem Moment kaum trösten, auch wenn sie tapfer meinte: "Es hilft ja nichts, es muss weitergehen."

Dabei hatte sich die Weltmeisterin von 2015 gerade in der Einzelverfolgung so viel ausgerechnet. Doch der Rennverlauf sorgte bei ihr für reichlich Frust und Wut.

Giglia, die am Ende des Rennens Weltrekord (4:03,544 Minuten) fuhr, war brutal schnell angegangen und überholte Schindler etwa bei der Hälfte. Doch im zweiten Abschnitt wurde die Engländerin immer langsamer, Schindler durfte aber laut Regelwerk nicht mehr überholen.

DSB verzichtet auf Protest

Entsprechend sauer war die rechts unterschenkelamputierte Athletin des Bayerischen Behinderten- und Radsportverbandes auf Giglia, da ihr Rennen auf eine Temposteigerung im zweiten Teil angelegt war.

"Ich habe kontrolliert angefangen. Ich hätte locker auch 4:05 oder 4:06 fahren können. Ich fühle mich gar nicht ausgelastet", schimpfte die gebürtige Chemnitzerin und wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Der Deutsche Behindertensportverband verzichtete auf einen Protest.

Mit ihrer Zeit hätte es ohne Disqualifikation zwar noch zum kleinen Finale gereicht, "aber das wäre auch schon egal gewesen. Ich wollte ins große Finale. Und das war locker möglich", betonte Schindler, die bei den Paralympics 2012 in London Silber im Straßenrennen gewonnen hatte.

Im Zeitfahren und in der Verfolgung hatte sie jeweils den undankbaren vierten Platz belegt. Es könnte bei den Paralympics für sie bisher besser laufen.

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