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Christian Prudhomme ist seit 2007 Direktor der Tour de France

Von Thorsten Mesch

Die Chancen, dass auch im kommenden Jahr ein deutsches Radteam an der Tour de France teilnimmt, stehen nicht schlecht.

Die deutschen Radfans dürfen zudem von einem Abstecher der Frankreich-Rundfahrt nach Deutschland träumen.

"Deutschland ist sehr wichtig für den Radsport und eine deutsche Mannschaft dabeizuhaben ebenfalls", sagte Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme am Dienstag während der Präsentation des Teams Bora-Argon 18 in Raubling bei Rosenheim.

Die einzige deutsche Rad-Profimannschaft nahm im Sommer 2014 noch als Team NetApp?Endura dank einer Wildcard an der Frankreich-Rundfahrt teil.

NetApp-Profi Leopold König beendete die Große Schleife auf Platz sieben der Gesamtwertung.

Ob die Equipe auch für 2015 eine Wildcard erhält, entscheidet sich zwar erst im Frühjahr, aber Prudhomme ließ durchblicken, dass sich das Team durchaus Hoffnungen auf eine erneute Einladung machen darf.

Die Mannschaft von Team Manager Ralph Denk habe "sich Schritt für Schritt weiterentwickelt und gezeigt, dass sie einen Platz bei der Tour verdient hat", erklärte Prudhomme.

"Wir haben unser Team bestmöglich aufgestellt und hoffen, dass es wieder mit der Wildcard-Vergabe klappt", sagte Denk.

Aus seiner Anwesenheit bei der Präsentation in Raubling könne man schließen, was man wolle, meinte Prudhomme und ergänzte viel sagend, er sei aber nicht nur zum Essen und Kaffetrinken nach Bayern gekommen.

Ein Abstecher der "Grande Boucle" nach Deutschland könnte im Jahr 2017 Realität werden. Die Planungen für die Tour 2016 seien schon "sehr weit fortgeschritten. Aber für 2017 ist alles möglich", sagte Prudhomme.

Der Tour-Chef bestätigte eine offizielle Bewerbung der Stadt Münster, die in drei Jahren den Start der Tour ausrichten will. Zudem ergänzte er, dass auch St. Wendel und das Saarland sowie Bad Homburg Interesse bekundet hätten.

"Zum ersten Mal seit acht Jahren haben wir wieder Anfragen aus Deutschland, eine Etappe auszurichten", sagte Prudhomme auf SPORT1-Nachfrage.

Zudem gebe es Gespräche mit der "ARD" über eine Wiederaufnahme der Live-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen TV, erklärte Prudhomme.

Der Franzose ist zuversichtlich ist, dass der Radsport in Deutschland nach den Doping-Skandalen der Vergangenheit bald wieder einen höheren Stellenwert genießen wird.

"Neulich war ich in Münster, es gab zum ersten Mal keine Frage zu Doping", berichtete er und betonte: "Radsport ist genau wie alle anderen Sportarten. Es gibt Betrüger wie überall. Der Feind ist nicht der Radsport, der Feind heißt Doping."

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