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Lars Boom war trotz auffälliger Werte zur Tour de France angetreten
Lars Boom war trotz auffälliger Werte zur Tour de France angetreten © Getty Images

Astana sorgt mit seinem Ausschluss aus der Bewegung für glaubwürdigen Radsport erneut für Negativschlagzeilen. Das Team kann die Entscheidung nur bedingt nachvollziehen.

Das vorbelastete Team Astana hat nach seinem Ausschluss aus der Bewegung für glaubwürdigen Radsport (MPCC) den Vorwurf eines Fehlverhaltens zurückgewiesen.

Der kasachische Rennstall verstehe die Entscheidung, welche die MPCC am Freitag gefällt hatte, hieß es in einer Mitteilung.

Der Respekt vor den Regeln des Weltverbandes UCI habe Astana jedoch bedauerlicherweise dazu verpflichtet, den Vorgaben des MPCC nicht zu folgen.

Streitpunkt ist der umstrittene Start des Niederländers Lars Boom bei der 102. Tour de France im Juli.

Der 29-Jährige hatte im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt einen zu niedrigen Cortisol-Wert aufgewiesen.

Nach Artikel 9 der MPCC-Bestimmungen zieht dies eine vorsorgliche Sperre von acht Tagen nach sich, sie soll in erster Linie dem Schutz der Gesundheit des Fahrers dienen.

Astana ignorierte die Vorgaben und schickte Boom beim Grand Depart in Utrecht ins Rennen. Derart kurz vor dem Tour-Start hätte das Team ihn laut UCI-Reglement nicht mehr gegen einen anderen Fahrer austauschen dürfen, der Rennstall entschied sich zudem gegen die Möglichkeit, mit einem Profi weniger zu starten.

Die MPCC-Richtlinien sind für die Teams rechtlich nicht bindend, es liegt lediglich eine freiwillige Übereinkunft zugrunde.

Nach UCI-Reglement, das sich auf den WADA-Kodex stützt, sprach damals nichts gegen einen Start Booms.

Astana, das nach fünf positiven Dopingfällen im Umfeld des Teams lange um seine Lizenz für die laufende Saison hatte bangen müssen, will dennoch auch in der Zukunft "die Handlungen und Entscheidungen des MPCC aufmerksam verfolgen".

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